Datum27.07.2026 17:18
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Gottesanbeterin breitet sich nach Mecklenburg-Vorpommern aus, begünstigt durch den Klimawandel. Laut Uni Rostock taucht sie auch an ungewöhnlichen Orten wie Regionalbahnen auf. Das Landesamt bittet um Sichtungsmeldungen über ein neues Online-Portal. Die ursprünglich süddeutsche Art breitet sich seit den 1990ern nach Norden aus. Einzeltiere finden sich abseits ihrer typischen Lebensräume, die Ausbreitungswege sind unklar. Diese geschützte Lauerjägerin ist für Menschen ungefährlich.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Beeindruckendes Insekt“. Lesen Sie jetzt „Gottesanbeterin gesucht - nicht nur in der Regionalbahn“. Eine Gottesanbeterin in einer Regionalbahn von Greifswald nach Stralsund - das ist laut Universität Rostock nur einer der Nachweise dieser beeindruckenden Insekten in Mecklenburg-Vorpommern an Orten, an denen sie zwar stark auffallen, aber normalerweise nicht leben. Das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie hat nun ein Portal eingerichtet, über das Bürgerinnen und Bürger Sichtungen der Tiere melden können. Derartige Beobachtungen seien für weitere Untersuchungen wichtig, um die aktuelle Verbreitung der Art besser einzuordnen und um eventuell auf schon etablierte lokale Vorkommen zu stoßen, hieß es von der Uni. Die besonders geschützte Art habe lange nur in wenigen Regionen in Süddeutschland gelebt. Wahrscheinlich durch den Klimawandel begünstigt habe sich die Art seit Mitte der 1990er Jahre nach Norden ausgebreitet. 2011 sei erstmals in MV in Silz ein Weibchen gemeldet worden. Erst 2022 habe es dann zwei weitere Beobachtungen gegeben, bei Malchin und in Neustrelitz. In den zurückliegenden drei Jahren sei die Zahl der Nachweise auf über 50 angewachsen. Allerdings handele es sich zumeist um Einzeltiere jenseits ihrer eigentlichen Lebensräume an Orten wie Gebäudewänden, Fußwegen oder Parkplätzen - oder eben im Zug. Wie die Gottesanbeterin an die jeweiligen Orte gelangten, sei unbekannt. Ausgewachsene Tiere könnten zwar fliegen, legten allerdings nur kurze Strecken zurück. Dennoch könnten sie sich so schrittweise ausbreiten. Möglich sei die Bewegung auch durch starken Wind oder durch Menschen. Bevorzugter Lebensraum seien sonnige, trocken-warme Grasflächen mit Sträuchern und Stauden. In Siedlungen finden sich die Tiere den Angaben zufolge auch in Gärten und auf Brachen. Ihre Körperform und die grüne oder braune Färbung sowie ihr oft langes, regloses Verharren tarne die Gottesanbeterin gut. Die für Menschen ungefährlichen Lauerjäger, die sich von anderen Insekten und Spinnen ernähren, können bis siebeneinhalb Zentimeter lang werden und haben einen dreieckigen Kopf und mit Dornen besetzte Fangbeine. Diese hielten sie in ihrer Ruhehaltung gebetsartig erhoben und wie Klappmesser eingeschlagen. Über das Meldeportal im Internet können verschiedene Angaben gemacht werden, etwa Ort und Datum, und auch Fotos hochgeladen werden, um Fehlbestimmungen auszuschließen. © dpa-infocom, dpa:260727-930-446350/1