Datum27.07.2026 17:09
Quellewww.zeit.de
TLDRÖsterreich plant ab 2027 eine Verlängerung des Wehrdienstes auf neun Monate, inklusive neuer Übungen nach der sechsmonatigen Grundausbildung. Die Regierung begründet dies mit der veränderten Sicherheitslage, u.a. wegen des Ukraine-Kriegs. Urlaubszeit und eine Aufwandsentschädigung von 1000 Euro sind vorgesehen. Für die notwendige parlamentarische Mehrheit ist die Regierung auf Oppositionsparteien angewiesen.
InhaltInsgesamt neun Monate soll der Wehrdienst in Österreich ab 2027 dauern. Allerdings kann die geplante Reform nur mit Stimmen der Opposition verabschiedet werden. Die österreichische Regierung will den Wehrdienst auf insgesamt neun Monate verlängern. Das kündigte die Koalition aus konservativer ÖVP, sozialdemokratischer SPÖ und liberalen Neos nach langen Verhandlungen an. Die Reform sieht nach der sechsmonatigen Grundausbildung neue verpflichtende Übungen vor. Gleichzeitig sollen Urlaubstage eingeführt werden und die Vergütung soll auf 1000 Euro monatlich steigen. Begründet wurde der Schritt mit der veränderten sicherheitspolitischen Lage seit Russlands Vollinvasion in der Ukraine sowie mit zunehmenden Bedrohungen durch Cyberangriffe, hybride Attacken und Risiken für kritische Infrastruktur. Der Traum vom dauerhaften Frieden in Europa sei spätestens mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zerplatzt, sagte Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP). Österreich müsse seine Fähigkeiten zur Landesverteidigung stärken. "Es ist zu wenig, neues Gerät anzuschaffen, wenn unsere Soldatinnen und Soldaten im Ernstfall zu wenig Übung im Umgang damit haben", sagte er weiter. Für die Umsetzung benötigt die Regierung allerdings eine Zweidrittelmehrheit im Parlament. Dafür ist sie auf die Stimmen der rechten FPÖ oder der Grünen angewiesen. Die Neuregelung soll zum 1. Januar 2027 in Kraft treten. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.