Nachrichtenpodcast: Wie konnte es zu dem Anschlag auf den Berliner CSD kommen?

Datum27.07.2026 16:52

Quellewww.zeit.de

TLDRDer mutmaßliche islamistische Attentäter auf den Berliner CSD war als Gefährder bekannt und wegen Gewaltstraftaten verurteilt, kam aber auf freien Fuß. Sicherheitsbehörden und Experten diskutieren Versäumnisse im Umgang mit ihm. Unterdessen wurde Steffen Bilger neuer Verkehrsminister, nachdem frühere Kandidaten abgesagt hatten. Waldbrände in Spanien und Frankreich zwingen Zehntausende zur Flucht, Temperaturen über 40 Grad erschweren die Löscharbeiten.

InhaltDer mutmaßliche CSD-Attentäter war verurteilt und als islamistischer Gefährder bekannt. Warum war er auf freiem Fuß? Und: Steffen Bilger wird neuer Verkehrsminister. Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Terroranschlag am Samstagabend auf dem Berliner CSD steht jetzt die Identität der Toten fest. Demnach kam die 65-jährige Frau aus Polen und war mit ihrer Tochter auf Berlinbesuch. Die Polizei hatte den mutmaßlichen Täter Abdul B. am Sonntagabend nach stundenlanger Suche in Berlin-Spandau gestellt und erschossen. Der 21-Jährige war wegen diverser Gewaltstraftaten polizeibekannt und galt laut Einschätzungen von Sicherheitsbehörden als islamistischer Gefährder. Er hatte bereits mehrfach versucht, sich dem IS anzuschließen, und wurde im Mai wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Trotzdem kam er zunächst wieder auf freien Fuß. Yassin Musharbash aus dem Investigativressort der ZEIT erklärt, was im Umgang mit dem mutmaßlichen Attentäter schiefgelaufen ist und wie ein sinnvoller Umgang mit Gefährdern wie ihm aussehen könnte. Nach dem Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn hatte Bundeskanzler Friedrich Merz am Freitag verkündet, dass Thorsten Frei seinen Posten übernehmen soll. Gesundheitsministerin Nina Warken wechselt dafür an die Spitze des Kanzleramts, CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann wird neuer Gesundheitsminister. Für die größte Debatte sorgte jedoch die Neubesetzung des Verkehrsministeriums: Die Entlassung des bisherigen Ministers Patrick Schnieder löste parteiinterne Kritik aus. Außerdem sagte Wunschkandidat Fritz Güntzler kurzfristig ab. Nach einer tagelangen Hängepartie verkündete Merz heute, dass Steffen Bilger, der frühere Staatssekretär im Verkehrsressort, Schnieders Nachfolger werden solle. Ob Bilger der Richtige für den Job ist, schätzt Zacharias Zacharakis aus dem Wirtschaftsressort ein. Außerdem im Update: In der spanischen Region Madrid konnten heute die ersten Menschen in ihre Häuser zurückkehren, die sie wegen andauernder schwerer Waldbrände verlassen mussten. Die Feuer in der Region sind jedoch nach wie vor nicht unter Kontrolle. In Frankreich hat Präsident Emmanuel Macron derweil eine Krisensitzung wegen der Brände einberufen. Im Südwesten des Landes werden am Dienstag Temperaturen von über 40 Grad erwartet, was die Löscharbeiten weiter erschweren könnte. Insgesamt mussten in beiden Ländern bislang über 300.000 Menschen vor dem Feuer fliehen. ZEIT-Auslandskorrespondentin Johanna Roth ist vor Ort und berichtet im Podcast von ihren Eindrücken. Und sonst so? Tipps, um ein guter Gast zu sein Moderation und Produktion: Erica Zingher Redaktion:Elise Landschek Mitarbeit: Mathias Peerund Maximilian Renzikowski Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie hier. Fragen, Kritik, Anregungen? Sie erreichen uns unter wasjetzt@zeit.de.