Datum27.07.2026 13:32
Quellewww.zeit.de
TLDRCDU-Spitzenkandidat Stefan Evers kritisiert die Linke wegen mangelnden Umgangs mit Islamismus. Anlass ist ein Instagram-Post der Linken Neukölln zum jüngsten Terroranschlag, der zunächst islamistische Hintergründe nicht explizit nannte. Evers wirft der Linken Realitätsverweigerung und Duldung von Judenhass und Polizistenhass vor. Er fordert ein klares Benennen des Problems, um es lösen zu können. Die Grünen-Spitze Werner Graf bezeichnet Evers' Äußerungen als unwürdig und vorwahlkampfgetrieben.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Debatte über Islamismus“. Lesen Sie jetzt „Evers attackiert Linke nach Terroranschlag“. Der CDU-Spitzenkandidat für die Berlin-Wahl am 20. September, Stefan Evers, hat der Linken "Realitätsverweigerung" im Hinblick auf den Islamismus vorgeworfen. Anlass ist ein Post der Linken Neukölln zum Terroranschlag am Rande des Christopher Street Day (CSD), der zunächst keinen Hinweis auf den mutmaßlich islamistischen Hintergrund enthielt. "Die Realitätsverweigerung im Umgang mit politischem Islam und Islamismus ist Teil des Problems dieser Linken", sagte Evers dazu bei "Welt TV". "Einer Partei, bei der wir es ja ganz ausdrücklich auch mit zunehmendem Judenhass zu tun haben." Auch "Polizistenhass" werde in deren Reihen geduldet. "Diese Partei will ich in Berlin nicht an der Regierung sehen. Ich werde alles tun, das zu verhindern." Evers meinte, man habe bei der Linken das Problem nicht verstanden und bringe nicht den Mut auf, es klar beim Namen zu nennen. Es gebe in Berlin ein Problem mit Islamismus in wachsender Zahl und mit zunehmender Gewaltbereitschaft. "Und wenn wir das schon nicht beim Namen nennen, dann werden wir es ja auch nicht lösen können, das Problem." Der Kreisverband Neukölln der Berliner Linken hatte am Sonntag bei Instagram eine Reaktion auf den Terroranschlag gepostet. "Mit dem Erstarken der Rechten und antifeministischer Kräfte nehmen auch Queer- und Transfeindlichkeit massiv zu", hieß es dort. "Die gezielte Verbreitung queer- und transfeindlicher Ideologie durch rechte und konservative Akteure bereitet den Boden für Angriffe wie den gestrigen." Nach kritischen Kommentaren ergänzte die Linke den Post einen Tag später durch eine "Klarstellung": "Wenn wir vom Erstarken rechter und antifeministischer Kräfte sprechen, dann gehören der IS und andere reaktionäre islamistisch-fundamentalistische Gruppen für uns selbstverständlich dazu, deren frauen-, queer- und transfeindliches und unterdrückerisches Weltbild wir ablehnen und bekämpfen." Und weiter: "Diesen Anschlag verurteilen wir aufs Schärfste. Wir stehen unmissverständlich an der Seite queerer Menschen." Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf nannte Evers´ Äußerungen "unwürdig". "Ich bin enttäuscht, dass es gerade mal anderthalb Tage dauert, bis die CDU unter Stefan Evers in den Wahlkampfmodus schaltet", erklärte Graf. "Anstatt nach diesem schrecklichen Anschlag auf den CSD, bei dem ein Mensch starb und zahlreiche verletzt wurden, den Zusammenhalt weiter zu stärken und gemeinsam mit der Stadtgesellschaft und den demokratischen Parteien den Terroristen die Stirn zu bieten, verfällt er in billigen Angriffsmodus gegen seine politischen Mitbewerber." © dpa-infocom, dpa:260727-930-444975/1