Datum27.07.2026 12:58
Quellewww.zeit.de
TLDREin Windrad in Oberwiera wird nach nur zweieinhalb Jahren wegen massiver Lärmbeschwerden von Anwohnern abgerissen. Das 10 Millionen Euro teure und einst höchste Windrad Sachsens verursachte einen störenden Brummton. Reparaturversuche scheiterten, woraufhin ein Rückbau vereinbart wurde. Laut Branchenverband BWE ist dies ein einmaliger Fall in Deutschland, obwohl ähnliche Probleme anderswo gemeldet werden. Der örtliche Bürgermeister lehnt weitere Windräder ab.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Windenergie“. Lesen Sie jetzt „Ausgedreht: Lärm-Windrad wird abgerissen“. Nach massiven Anwohnerbeschwerden wird ein Windrad in Oberwiera (Landkreis Zwickau) nach nur zweieinhalb Jahren abgerissen. Die drei Rotorblätter sind bereits demontiert und per Kran zu Boden gebracht. Nun stehen nur noch der knapp 170 Meter hohe Turm samt Maschinenhaus. Das 10 Millionen Euro teure Windrad war Ende 2023 in Betrieb gegangen und galt damals galt als höchste Windkraftanlage Sachsens. Doch schon kurz darauf häuften sich Beschwerden von Anwohnern wegen störenden Lärms. Sie beklagten einen permanenten Brummton, den sie mit Turbinengeräuschen von Flugzeugen verglichen. Ein Wechsel des Getriebes brachte keine Besserung. Der Betreiber hat daraufhin mit Hersteller Vestas einen Rückbau vereinbart. Zu den Kosten dafür machen sie keine Angaben. Der Fall in Oberwiera gilt als einmalig in Deutschland. Dem Branchenverband BWE sind nach eigener Auskunft keine Fälle bekannt, in denen ein Windrad aus diesem Grund komplett zurückgebaut wurde. Doch auch andernorts wird von ähnlichen Problemen berichtet, so in der Stadt Uhingen in Baden-Württemberg. In Deutschland sind laut BWE fast 30.000 Windräder in Betrieb. Beschwerden über davon ausgehende Störgeräusche kämen sehr selten vor, so der Verband. Der ehrenamtliche Bürgermeister von Oberwiera, Holger Quellmalz (CDU), hatte schon vor dem Abriss Widerstand gegen eventuelle neue Windräder in dem 1.000-Einwohner-Ort angekündigt: "Ich möchte kein Windrad mehr in Oberwiera." © dpa-infocom, dpa:260727-930-444733/1