Datum27.07.2026 12:48
Quellewww.zeit.de
TLDRNaturschützer zeigen sich optimistisch für bedrohte Brachvögel angesichts eines signifikant höheren Nachwuchses im Altmühltal und Donaumoos. Über 50 Jungvögel wurden erfolgreich aufgezogen, im Gegensatz zu weniger als 20 in den Vorjahren. Dies wird als Erfolg konsequenten Wiesenschutzes gewertet und könnte den Bestandsrückgang umkehren. Trotz trockener Witterung und Gefahren durch Landwirtschaft und Infrastruktur zeigt sich, dass gezielte Schutzmaßnahmen wirken. Der Brachvogelbestand in Bayern war zwischen 1980 und 2015 um etwa 54 Prozent zurückgegangen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Artenschutz“. Lesen Sie jetzt „Naturschützer sehen Hoffnung für bedrohte Brachvögel“. Naturschützer beobachten in diesem Jahr deutlich mehr Nachwuchs bei den vom Aussterben bedrohten Brachvögeln. Wie der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Hilpoltstein (LBV) berichtete, hätten die Brachvogel-Brutpaare im Altmühltal und im Donaumoos bislang 51 Jungvögel durchgebracht. In den drei Jahren zuvor seien in diesen Gebieten zusammen jeweils weniger als 20 junge Brachvögel flügge geworden. "Diese Zahlen zeigen, dass konsequenter Wiesenbrüterschutz wirkt", sagte die Leiterin des Fachbereichs Wiesenbrüter beim LBV, Verena Rupprecht. "Wenn wir solche Bruterfolge über mehrere Jahre hinweg erreichen, besteht erstmals die realistische Chance, den Bestandsrückgang des Brachvogels umzukehren." Der diesjährige Erfolg sei umso bemerkenswerter, da die Brutsaison von einer außergewöhnlichen Trockenheit geprägt gewesen sei. Nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Umwelt sind die Brachvögel hauptsächlich wegen der Intensivierung der Wiesennutzung gefährdet. Durch häufige Mahden, Düngung oder Trockenlegung von Feuchtwiesengebieten, beispielsweise auch für Äcker, würden die Brutgebiete der Vögel bedroht. Viele Wiesenbrütergebiete seien zusätzlich durch Infrastrukturmaßnahmen wie den Bau von Straßen oder Gewerbegebieten gefährdet. "Der Bestand des Brachvogels in Bayern hat zwischen 1980 und 2015 um circa 54 Prozent abgenommen", berichtet die Behörde. © dpa-infocom, dpa:260727-930-444672/1