Autoindustrie: Audi senkt Prognose für 2026 und hofft auf das zweite Halbjahr

Datum27.07.2026 11:15

Quellewww.zeit.de

TLDRAudi hat seine Prognose für 2026 gesenkt und rechnet mit fünf Milliarden Euro weniger Umsatz. Schwache Absätze in China und den USA sowie Preiswettbewerb belasten das Unternehmen. Finanzchef Rittersberger kündigte Sparmaßnahmen an und hofft auf eine Verbesserung im zweiten Halbjahr durch neue Modelle und Kostensenkungen. Der Mutterkonzern Volkswagen plant ebenfalls ein Sparpaket.

InhaltFünf Milliarden Euro weniger Umsatz prognostiziert Audi für das Jahr 2026. Der Autobauer leidet unter anderem an schwachen Absätzen in China und den USA. Der Autokonzern Audi erwartet im laufenden Jahr weniger Umsatz und Rendite als bisher angenommen. Für das Gesamtjahr sagte die Volkswagen-Tochter nur noch Erlöse von 58 bis 63 Milliarden Euro voraus, das sind fünf Milliarden Euro weniger als ​noch im April prognostiziert. Der Gewinn im zweiten Quartal sank demnach um rund 21 Prozent auf 563 Millionen Euro nach Steuern. Die Zahlen betreffen Audi als Teilkonzern von Volkswagen und schließen daher Lamborghini, Bentley und Ducati mit ein. Auch die Rendite ⁠dürfte mit fünf bis sieben Prozent um ​einen Prozentpunkt niedriger ausfallen als bislang angenommen. Finanzchef Jürgen Rittersberger sagte, die bereits eingeleiteten Sparmaßnahmen zeigten zwar Wirkung, reichten aber nicht aus. "Wir müssen ​in dem Umfeld, in dem wir uns bewegen, wettbewerbsfähiger und effizienter werden, an den Kostenstrukturen arbeiten und Entscheidungsprozesse schneller hinbekommen", sagte er. Rittersberger hofft auf Verbesserungen im zweiten Halbjahr, etwa durch neue Modelle und geringere Kosten. Zudem sei das zweite Halbjahr traditionell das stärkere, sagte er. Treiber der Krise sind unter anderem sinkende Absätze in China und den USA sowie der Preiswettbewerb. Das Chinageschäft, das bei Audi wegen der dortigen Joint-Ventures im Finanzergebnis verbucht wird, trug im ersten Halbjahr 73 Millionen Euro bei. Im Vorjahreszeitraum war es noch fast viermal so viel. Der Mutterkonzern Volkswagen meldete zuletzt einen noch stärkeren Gewinneinbruch. Von April bis Juni sanken die Erlöse demnach um rund ein Drittel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. VW-Chef Oliver Blume will bis zum Jahresende ein Sparpaket verabschieden. Medienberichten zufolge könnte es zu Streichungen von Zehntausenden Stellen und Werkschließungen kommen. Im Audi-Werk in Neckarsulm könnten Kapazitäten gesenkt werden, wie das Handelsblatt berichtete. VW-Chef Oliver Blume sagte zuletzt, dass er Werksschließungen vermeiden wolle. "Es gibt intelligentere Lösungen, als Werke zu schließen. Das ist immer die letzte Option."