Datum27.07.2026 11:45
Quellewww.spiegel.de
TLDRMalaika Mihambo verlor überraschend das Deutsche Meisterschaftsfinale im Weitsprung gegen ihre Trainingspartnerin Mikaelle Assani. Mihambo, achtfache Meisterin und Olympiasiegerin, musste sich mit 6,63m geschlagen geben. Sprintstar Owen Ansah gewann trotz laufender Dopingermittlungen wegen einer verpassten Probe die 200m. Ihm droht eine Sperre, darf aber aktuell noch starten.
InhaltMalaika Mihambo feiert im Moment einer seltenen Niederlage ihre Trainingspartnerin Mikaelle Assani. Und: Gegen Sprintstar Owen Ansah laufen Dopingermittlungen. Trotzdem läuft er zum nächsten Titel. Weitspringerin Malaika Mihambo hat ihren nächsten deutschen Meistertitel überraschend verpasst. Mihambo musste sich bei der Deutschen Meisterschaft in Bochum nach nur 6,63 Metern mit Platz zwei zufriedengeben. Den Sieg holte Mikaelle Assani mit 6,67 Metern. Mihambo ist achtmalige Deutsche Meisterin, Olympiasiegerin, zweifache Welt- und Europameisterin. Vor einer Woche übertraf Mihambo erstmals in dieser Saison die Marke von sieben Metern, nun kassierte sie zwei Wochen vor den Europameisterschaften in Birmingham eine seltene Niederlage in Deutschland. "Der Wind war nicht auf meiner Seite, aber es ist in Ordnung", sagte Mihambo. Bei einigen Versuchen mit Gegenwind lief sie durch, weil das Brett zu weit weg war. Im letzten verschenkte sie beim Absprung 44 Zentimeter. Ihre neue Trainingspartnerin Assani kam mit den schwierigen Windverhältnissen besser zurecht. Schon während des Wettkampfs herzte Mihambo Assani, auch nach dem Sieg jubelte sie mit ihr. Assani hatte mit ihrem Sieg nach 15-monatiger Verletzungspause nicht gerechnet. "Ich bin einfach unglaublich überrascht", sagte Assani. "Es ist ein großes Geschenk, dass ich nach meiner Pause bei deutschen Meisterschaften starten darf. Mit dem Titel herauszugehen, das war nicht in meinem Kopf." Weitere Ergebnisse des zweiten Tages der Meisterschaft: Zum Abschluss der Titelkämpfe krönte sich 100-Meter-Meister Owen Ansah auch zum Champion über 200 Meter. Der Sprinter gewann in 20,13 Sekunden. Gegen Ansah läuft derzeit ein Verfahren der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada). Ansah hatte laut Nada am 9. Juli keine Dopingprobe abgegeben, nachdem ihn daheim ein Kontrolleur aufgesucht hatte. Ansah war nach eigenen Angaben als Nachrücker ganz kurzfristig in das Starterfeld für das Diamond-League-Rennen in Monaco am 10. Juli gerutscht. Am Tag zuvor habe er gerade Richtung Flughafen aufbrechen wollen, als ein Kontrolleur außerhalb seines Proben-Zeitfensters geklingelt und um die Abgabe einer Dopingprobe gebeten habe. "Ich war schon sehr spät dran und konnte so kurzfristig die Probe nicht abgeben, zumal ich kurz zuvor die Toilette besucht hatte. Dies habe ich mit dem Kontrolleur besprochen", sagte Ansah weiter. "Es wurde nicht angeboten, dass der Kontrolleur mit zum Flughafen fährt, damit ich dort die Probe abgeben kann. Zudem wurden keinerlei Konsequenzen aufgezeigt. Der Kontrolleur wünschte mir noch viel Glück in Monaco." Dort sei er am Wettkampftag von der Welt-Antidopingagentur (Wada) kontrolliert worden. Offenbar ging Ansah davon aus, einen Test verpasst zu haben. Erst der dritte verpasste Test hat eine Sperre zur Folge. Die Situation könnte aber auch als verweigerter Test gewertet werden. Dann wäre Ansah für vier Jahre gesperrt, bei mildernden Umständen könnte die Strafe auf zwei Jahre reduziert werden. Derzeit läuft ein sogenanntes Ergebnismanagementverfahren der Nada, um das zu klären. Während des Verfahrens darf Ansah weiter starten. Ansah war vor zwei Jahren in Braunschweig in 9,99 Sekunden als erster deutscher Sprinter unter der Marke von zehn Sekunden geblieben und hat seinen Rekord inzwischen auf 9,98 Sekunden gesteigert. Er ist normalerweise fester Bestandteil der deutschen Sprint-Staffel, die bei der EM auf eine Medaille hofft.