Datum27.07.2026 11:19
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Zoll hat in Haldensleben eine illegale Zigarettenfabrik ausgehoben. In monatelangen Ermittlungen wurden etwa acht Millionen unversteuerte Zigaretten und 40 Tonnen Tabak sichergestellt. Der geschätzte Steuerschaden beläuft sich auf über 5,3 Millionen Euro. Die Täter rüsteten die Fabrik aufwendig aus, mit Geräuschdämmung und Videoüberwachung. Mindestens 22 Arbeiter wurden unter fragwürdigen Bedingungen untergebracht und durften die Anlage offenbar nicht verlassen. Der Zoll warnt vor Gesundheitsrisiken durch illegale Tabakwaren.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Kriminalität“. Lesen Sie jetzt „Zoll hebt illegale Zigarettenfabrik in Haldensleben aus“. In Haldensleben sollen in großem Stil illegal Zigaretten hergestellt worden sein. Der Steuerschaden beträgt den Angaben zufolge mehrere Millionen Euro. Der Zoll hat die Produktion in monatelangen Ermittlungen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Magdeburg aufgedeckt. Bei einer Durchsuchung beschlagnahmten die Beamten die illegal betriebene Fabrik, rund acht Millionen unversteuerte Zigaretten und 40 Tonnen Tabak, wie das Zollfahndungsamt Hannover mitteilte. Hinzu kommen mehr als 300 Paletten mit Vormaterialien zur Zigarettenherstellung, dazu gehören Filter, Papierhülsen und bedruckte Kartonzuschnitte für Zigarettenschachteln sowie Folien. "Der Steuerschaden für die - mutmaßlich gefälschten - Zigaretten liegt bei 1,5 Millionen Euro. Für den sichergestellten Tabak kommen weitere 3,8 Millionen Euro Steuerschaden hinzu", so der Zoll. Der Einsatz fand am 21. Juli in Haldensleben und weiteren Orten im Landkreis Börde statt. Als die Einsatzkräfte das Fabrikgelände durchsuchten, fanden sie eine verlassene Produktionsanlage vor. Festnahmen gab es nicht. Die Täter betrieben den Erkenntnissen zufolge erheblichen Aufwand: Die angemieteten Räumlichkeiten seien umfangreich ausgebaut und für die illegale Zigarettenproduktion hergerichtet worden. "Zur Abschirmung gegenüber Außenstehenden haben die Täter unter anderem eine professionelle Geräuschdämmung verbaut. Auch eine von den Tätern installierte Videoüberwachungsanlage konnte festgestellt werden." Mutmaßlich hätten mindestens 22 Personen in der Produktion gearbeitet. Es habe für sie einen größeren Unterkunftsbereich gegeben, in dem sie "über einen längeren Zeitraum unter fragwürdigen Bedingungen untergebracht" gewesen seien. "Die vorgefundenen Umstände deuten darauf hin, dass die Arbeiter die Anlage nicht verlassen durften, um im Umfeld und in der Nachbarschaft keine Aufmerksamkeit zu erregen." Der Zoll richtete sich auch an Verbraucherinnen und Verbraucher und warnte vor dem Konsum von Tabakwaren aus illegaler Produktion. "Neben den allgemeinen Gesundheitsrisiken von Tabakerzeugnissen bestehen zusätzliche Gefahren durch die nicht kontrollierten Produktionsbedingungen sowie die teilweise fragwürdigen hygienischen Verhältnisse bei Herstellung, Lagerung und Verarbeitung der Produkte." © dpa-infocom, dpa:260727-930-444119/1