Datum27.07.2026 09:22
Quellewww.zeit.de
TLDRDas anhaltende Niedrigwasser am Rhein bedroht laut IHK Nordrhein-Westfalen das Wirtschaftswachstum. Schiffe können nur noch einen Bruchteil ihrer üblichen Ladung transportieren, was insbesondere Branchen wie Stahl, Chemie und Mineralölprodukte betrifft. Die IHK warnt, dass das für 2018 verzeichnete Wirtschaftswachstumsminus von 0,4 Prozent durch das aktuelle Niedrigwasser übertroffen werden könnte. Die frühen und extrem niedrigen Pegelstände im Vergleich zu 2018 geben Anlass zu großer Sorge.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Schiffsverkehr“. Lesen Sie jetzt „IHK: Rhein-Niedrigwasser bedroht Wirtschaftswachstum“. Das Niedrigwasser des Rheins hat nach Einschätzung der Industrie- und Handelskammern (IHK) Nordrhein-Westfalens erhebliche Folgen für die Wirtschaft. "Auf dem Rhein fahren die Schiffe ja immer mit etwas Wasser unter dem Kiel, und wenn kein Wasser mehr da ist, wird es schwierig für Schifffahrt und Industrie", sagte Ocke Hamann, fachpolitischer Sprecher für Verkehr und Mobilität der IHK NRW, dem WDR. Derzeit könnten die Schiffe zum Teil nur noch ein Fünftel der üblichen Ladung mitnehmen. Als Erstes merke das die Industrie, die auf die Versorgung mit Grundstoffen und Vorprodukten angewiesen sei. "Insbesondere Stahl, Chemie, Mineralölprodukte werden auf dem Rhein transportiert, Futtermittel", sagte Hamann. Das seien schwere Ladungen, bei denen die Schiffe tief einsänken. Für die Unternehmen sei das Problem mit dem wenigen Wasser zwar nicht neu - extrem sei aber, dass es so früh im Jahr auftrete. Hamann verwies auf eine historische Niedrigwasser-Phase vor acht Jahren: "2018 hat das Weltwirtschaftsinstitut in Kiel alleine durch das Niedrigwasser einen Rückgang im Wachstum von 0,4 Prozentpunkten ermittelt." Die Bundesregierung erwarte für dieses Jahr ganze 0,5 Prozent Wachstum, sagte der IHK-Vertreter. "Das heißt, dieses von der Bundesregierung eingeplante Wachstum kann innerhalb von wenigen Tagen schon pulverisiert werden." Die Pegelstände entlang des Rheins sind zurzeit sehr niedrig. In Duisburg-Ruhrort zum Beispiel wurden am Montagmorgen 173 Zentimeter gemessen - also nur 20 Zentimeter mehr als der niedrigste bekannte Wasserstand von 153 Zentimetern, der dort im Oktober 2018 gemessen wurde. © dpa-infocom, dpa:260727-930-443536/1