1x1 der Film-Superhelden: Marvel für Einsteiger: Diese Filme öffnen das Tor zum MCU

Datum27.07.2026 09:10

Quellewww.zeit.de

TLDRDas Marvel Cinematic Universe (MCU) ist ein komplexes, über zwei Jahrzehnte gewachsenes Erzählprojekt, das mit "Iron Man" begann. Zentrale Filme wie "Avengers", "The Return of the First Avenger", "Guardians of the Galaxy" und "Infinity War" erklären die Regeln und führen wichtige Figuren ein. Diese Filme bieten einen Einstieg in das Universum, indem sie dessen Formel aus miteinander verknüpften Handlungssträngen und Charakterentwicklungen erläutern, was auch für bevorstehende Ereignisse wie "Avengers: Doomsday" relevant ist.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „1x1 der Film-Superhelden“. Lesen Sie jetzt „Marvel für Einsteiger: Diese Filme öffnen das Tor zum MCU“. Ein Netze schleudernder Superheld, ein Milliardär im Hightech-Anzug oder ein Hammer schwingender Donnergott: Das Marvel Cinematic Universe (MCU) hat aus Comicfiguren wie Spider-Man, Iron Man oder Thor eines der größten Filmprojekte der Gegenwart gebaut.  Seit fast zwei Jahrzehnten wächst das Superhelden-Universum stetig weiter – mit inzwischen 37 Filmen, zahlreichen Serien und immer neuen Handlungssträngen zwischen Erde, All und Multiversen. Jetzt startet "Spider-Man: Brand New Day", Mitte Dezember folgt "Avengers: Doomsday". Das MCU ist weniger eine klassische Filmreihe als ein über 20 Jahre gewachsenes Erzählprojekt. Produzent Kevin Feige orchestriert die Superhelden-Filme seit 2008 wie ein gigantisches Serienepos für die Kinoleinwand, in dem einzelne Helden eingeführt und später in großen Crossover-Filmen wie zum Beispiel den "Avengers" zusammengeführt werden. Inzwischen hat sich dieses Prinzip weiter geöffnet: Mehrere Handlungsstränge laufen parallel, neue Figuren kommen hinzu, andere verschwinden. Das macht das Universum komplexer, erlaubt aber auch einen selektiven Einstieg über zentrale Filme, die Figuren und Regeln des Marvel-Kosmos besonders gut erklären. Alles beginnt mit einem Mann im Metallanzug: "Iron Man" markiert nicht nur den Start des MCU, sondern auch das Comeback von Robert Downey Jr., der damals nach schwierigen Jahren in Hollywood als Risiko galt. MCU-Chef Feige setzte dennoch auf ihn. Was Mark Hamill als Luke Skywalker für "Star Wars" ist, wurde Robert Downey Jr. für das MCU: das Gesicht eines ganzen Filmuniversums. Downey verkörpert den genialen wie arroganten Waffenhersteller Tony Stark, der nach einer Entführung sein Leben überdenkt und zum Superhelden wider Willen wird. Der Film verbindet Action mit Selbstironie und etabliert erstmals den typischen Marvel-Ton: große Bedrohungen, aber mit Witz erzählt. Zugleich führt der Streifen zentrale Motive des MCU ein, wie technologische Macht, persönliche Verantwortung und Helden mit Fehlern – und etabliert Iron Man mit Stark als eine der wichtigsten Figuren des gesamten Universums. Dabei improvisierte "RDJ" viele seiner Dialoge. Der lockere Stil wurde später Markenzeichen des gesamten MCU – inklusive der Idee, dass nach dem Abspann noch etwas kommen könnte. Vier Jahre später führt Marvel zusammen, was zuvor einzeln aufgebaut wurde. So müssen unter anderem Iron Man, Thor (Chris Hemsworth) und Captain America alias Steve Rogers (Chris Evans) erstmals gemeinsam kämpfen. Dass ein Milliardär im Hightech-Anzug, ein Donnergott und ein patriotischer Supersoldat nicht sofort als Team funktionieren, gehört dabei zum Konzept. Regisseur Joss Whedon macht aus dem Superhelden-Spektakel mehr als nur eine Materialschlacht. Besonders der Kontrast zwischen Technikgenie Stark und dem moralischen Pflichtsoldaten Rogers wird zur Blaupause späterer Konflikte. Gleichzeitig etabliert der Film endgültig die große Marvel-Formel: Mehrere Geschichten laufen auf ein gemeinsames Ereignis zu, in dem die Figuren aufeinandertreffen.  Mark Ruffalo ist in der jüngeren Filmgeschichte nach den Schauspielern Eric Bana und Edward Norton bereits der dritte Hulk-Darsteller – aber der erste, der die Figur dauerhaft prägt. Dieser Film hat viele Zuschauer überrascht. Statt bunter Superhelden-Action erzählt "The Return of the First Avenger" von Überwachung, Geheimdiensten und wachsendem Misstrauen. Chris Evans darf Steve Rogers hier erstmals als zweifelnden Helden spielen, der sich in einer Welt wiederfindet, in der Freund und Feind nicht mehr klar zu unterscheiden sind. Mit dem Winter Soldier führt das MCU zugleich eine seiner tragischsten Figuren ein: Sebastian Stan verkörpert den Attentäter mit dunkler Vergangenheit. Freundschaft, Loyalität und moralische Entscheidungen rücken stärker in den Mittelpunkt als Explosionen und Spezialeffekte. Der Film verändert damit den Ton des gesamten Universums. Marvel zeigt, dass Superheldengeschichten auch politische Thriller sein können – mit Verschwörungen, Machtmissbrauch und der Frage, wie viel Sicherheit eine Gesellschaft für Freiheit opfern darf. MCU-Chef Kevin Feige wagt einen ungewöhnlichen Schritt: Statt bekannter Superhelden stehen plötzlich eher unbekannte Comicfiguren im Mittelpunkt. Unter der Führung eines selbst ernannten, chaotischen Anführers trägt eine Gruppe von Figuren eine Geschichte, die zuvor selbst unter Comicfans ein Nischendasein führte. Regisseur James Gunn nutzt diese Freiheit – und etabliert mit seinem eigenwilligen Stil eine neue Richtung im MCU. Chris Pratt spielt den charmant-überforderten Peter Quill, der gemeinsam mit Gamora (Zoe Saldaña) und Drax (Dave Bautista) eher zufällig zum Retter der Galaxis wird. Pratt, zuvor vor allem aus der Serie "Parks and Recreation" bekannt, gelingt hier der Sprung zum Action-Star, während Ex-Wrestler Bautista zum Publikumsliebling wird. Eine besondere Sprechrolle hat neben Bradley Cooper als Waschbär Rocket auch Vin Diesel, der für das baumartige Wesen Groot lediglich die Worte "Ich bin Groot" einspricht – und das in über 15 Sprachen. Das Ganze zahlt sich aus: Der Film wird zum Publikumshit und spielt weltweit über 770 Millionen US-Dollar ein. Der kosmische Teil des MCU wird erstmals verständlich(er) – inklusive der Bedeutung mächtiger Artefakte für den späteren Filmverlauf. Der Soundtrack mit Songs aus den 70er- und 80er-Jahren ("Awesome Mix Vol. 1") wurde selbst ein Hit und prägt bis heute den Stil der Reihe. Zehn Jahre Aufbau münden in einem Film, der alles zusammenführt. Nahezu alle zuvor eingeführten Figuren treffen in "Infinity War" zusammen. Im Zentrum steht erstmals ein Gegner, der das gesamte Universum bis dato verbindet: Thanos (Josh Brolin). "Infinity War" zeigt die volle Wucht des vernetzten Erzählens: Handlungsstränge aus zahlreichen Filmen greifen ineinander, Figuren begegnen sich erstmals und müssen trotz aller Unterschiede zusammenarbeiten. Gleichzeitig endet der Film ungewöhnlich düster – ein Bruch mit den Erwartungen des Publikums und ein Beweis dafür, wie weit sich das MCU inzwischen von klassischen Superheldenmustern entfernt hat. Mit "Avengers: Endgame" (2019) wird diese Geschichte schließlich aufgelöst. Der Film führt die offenen Handlungsstränge zusammen, verabschiedet zentrale Figuren und markiert für viele Fans einen emotionalen Schlusspunkt der ersten großen Marvel-Ära – der sogenannten Infinitiy Saga. Mit einem Einspielergebnis von insgesamt rund fünf Milliarden US-Dollar weltweit gehören beide Streifen zu den erfolgreichsten Filmen aller Zeiten. Wer diese zentralen Filme gesehen hat, versteht die Grundmechanik des Marvel Cinematic Universe – auch wenn das Universum inzwischen deutlich komplexer geworden ist. Mit Multiversen, neuen Figuren und zahlreichen Serien hat Marvel in den vergangenen Jahren die eigene Erzählstruktur weiter ausgedehnt. Das macht den Einstieg nicht leichter, zeigt aber zugleich, wie groß das Projekt inzwischen geworden ist. Mit "Avengers: Doomsday" steht im Dezember das nächste große Gipfeltreffen bevor. Für Einsteiger gilt dennoch: Der Weg ins MCU beginnt nicht mit der Masse – sondern mit den richtigen Filmen. © dpa-infocom, dpa:260727-930-443485/1