Demokratische Republik Kongo: Zahl der Ebola-Toten im Kongo steigt auf über 1.400

Datum27.07.2026 03:28

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo fordert über 1.400 Todesopfer bei mehr als 3.200 bestätigten Infektionen. Die Todesrate liegt bei fast 44 %. Konflikte, Misstrauen gegenüber Helfern und traditionelle Bestattungen erschweren die Eindämmung. Der Ausbruch, der in der Provinz Ituri begann, breitet sich in fünf Provinzen aus. Für den Virustyp Bundibugyo gibt es noch keinen Impfstoff oder Therapie.

InhaltFast jede zweite Ansteckung mit dem Virus endet in dem zentralafrikanischen Land tödlich. Behörden haben inzwischen rund 3.200 Infektionen bestätigt. Die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo breitet sich weiter aus. Mehr als 1.400 Menschen sind seit Ende April nachweislich an dem Virus gestorben, melden die kongolesischen Gesundheitsbehörden. Die Zahl der im Labor bestätigten Infektionen stieg demnach auf 3.200. Den aktuellen Angaben der Behörde zufolge liegt die Todesrate derzeit bei 43,9 Prozent. Das bedeutet, dass fast die Hälfte aller nachgewiesen Ansteckungen tödlich endet. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer an Infektionen aus, die bislang nicht erkannt oder nicht gemeldet wurden. Experten nehmen an, dass sich die Krankheit im Frühjahr im Ostkongo schon wochenlang unbemerkt ausbreiten konnte. Konflikte mit bewaffneten Gruppen sowie großes Misstrauen gegenüber medizinischen Helfern erschweren die Eindämmung. Immer wieder greifen Menschen Helfer an. Zudem bergen traditionelle Bestattungen im Land ein großes Ansteckungsrisiko. In fünf der 26 Provinzen des 116-Millionen-Einwohner-Landes haben Behörden inzwischen Ebola-Infektionen nachgewiesen. Die nordöstliche Provinz Ituri gilt dabei als Zentrum des Ausbruchs. Ituri grenzt an Uganda sowie den Südsudan.  Die Afrikanische Union hatte Mitte Mai den Notstand für den Kontinent ausgerufen. In Uganda gab es ebenfalls Ebola-Fälle, mindestens zwei Erkrankte starben. Nach strenger Kontaktverfolgung wurde in Uganda aber seit dem 21. Juni kein neuer Fall mehr registriert.  Ebola-Fieber ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und insbesondere Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Der aktuelle Ausbruch ist besonders schwer einzudämmen, auch weil es für den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo bislang weder einen Impfstoff noch eine Therapie gibt. Seit Anfang Juli läuft die klinische Testphase für zwei antivirale Therapieverfahren. Schon in der Vergangenheit war Afrika mehrfach Schauplatz tödlicher Ebola-Epidemien. In den Jahren 2014 und 2015 waren bei einer Ebola-Epidemie in Westafrika mehr als 11.000 Menschen gestorben. Beim zweitschwersten erfassten Ausbruch von 2018 bis 2020 im Ostkongo starben rund 2.300 Menschen. Derzeit erlebt die Demokratische Republik Kongo die drittschwerste Ebola-Epidemie seit Beginn der Aufzeichnungen.