Syrien: Übergangspräsident Ahmed al-Sharaa arbeitet an Sicherheitsabkommen mit Israel

Datum26.07.2026 23:12

Quellewww.spiegel.de

TLDRSyriens Übergangspräsident Ahmed al-Sharaa plant ein Sicherheitsabkommen mit Israel, um Zusammenstöße zu vermeiden und Frieden zu fördern. Auch mehrere andere Länder sind involviert. Ein zentraler Streitpunkt sind die von Israel besetzten Golanhöhen, deren Rückgabe Syrien fordert, während Israel seine militärische Präsenz dort verstärkt hat. Seit 1948 befinden sich beide Staaten im Kriegszustand.

InhaltImmer wieder greift Israel Ziele in Syrien an. Übergangspräsident Ahmed al-Sharaa macht nun Pläne für ein gemeinsames Sicherheitsabkommen öffentlich. Streitpunkt könnten die Golanhöhen werden. Nach Angaben des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Sharaa arbeitet seine Regierung aktiv daran, eine Sicherheitsvereinbarung mit Israel zu erzielen. Mehrere weitere Länder seien daran beteiligt. Dem Sender Al Jazeera sagte Sharaa in einem Interview , Syrien vermeide jegliche Zusammenstöße mit Israel. Er äußerte demnach die Hoffnung, dass ein Sicherheitsabkommen den Weg zu einem umfassenden Frieden ebnen könnte. Israel und Syrien hatten sich Anfang Januar 2026 darauf geeinigt, einen Kommunikationskanal unter US-Aufsicht einzurichten. Dieser sollte als Plattform dienen, um Geheimdienst-, Sicherheits- und Handelsfragen zu koordinieren sowie Streitigkeiten beizulegen und Missverständnisse zu vermeiden. Im September vergangenen Jahres hatten beide Seiten Gespräche über ein Sicherheitsabkommen bestätigt. Konkret geht es darum, die Präsenz syrischer und israelischer Truppen und Sicherheitskräfte im Grenzgebiet zu regeln. Israel und Syrien befinden sich seit 1948 offiziell im Kriegszustand, es wurde nie ein Friedensvertrag geschlossen. Die von Israel 1967 besetzten und 1981 annektierten Golanhöhen sind ein zentraler Streitpunkt. Die Annexion wird international weitgehend nicht anerkannt. Sharaa betonte im Interview mit Al Jazeera, Syrien werde sein Recht auf die Golanhöhen nicht aufgeben. Nach dem Sturz des früheren syrischen Langzeitherrschers Baschar al-Assad Ende 2024 hat Israels Armee Einsätze im südlichen Syrien deutlich ausgeweitet und Truppen in eine von den Vereinten Nationen kontrollierte entmilitarisierte Pufferzone zwischen den von Israel besetzten Golanhöhen und Syrien verlegt. Israels Armee greift zudem immer wieder Ziele in Syrien an, laut eigenen Angaben, um Waffenlager oder militärisches Gerät zu zerstören und mögliche Angriffe feindlich gesinnter Extremisten zu verhindern. Uno-Generalsekretär António Guterres sagte bei einem Besuch in Syrien am Wochenende, dass die Entwicklungen in der Region der Golanhöhen absolut inakzeptabel seien. "Ich möchte die internationale Gemeinschaft daran erinnern, dass die Golanhöhen syrisches Hoheitsgebiet sind", sagte er laut einer Mitteilung.