Datum26.07.2026 17:32
Quellewww.zeit.de
TLDRSachsens Tierheime sind überlastet mit zu viel Katzennachwuchs, verhaltensauffälligen Hunden und kranken Tieren. Der Landestierschutzverband kritisiert die Regierung für Untätigkeit bei der Einführung einer Katzenschutzverordnung zur Kastrationspflicht. Verhaltensauffällige Hunde resultieren aus überforderter Haltung. Gestiegene Tierarztkosten führen zur Abgabe kranker Tiere. Das Dresdner Tierheim nimmt zudem Tiere zur Zwangspflege auf. Saisonale Aussetzungen nahmen nicht zu, aber die Vermittlung verlangsamt sich in den Ferien.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Tierschutz“. Lesen Sie jetzt „Tierheime kämpfen mit vielen Katzen und auffälligen Hunden“. Zu viel Katzennachwuchs, verhaltensauffällige Hunde und kranke Tiere belasten Sachsens Tierheime. Während man in den Sommerferien in diesem Jahr weniger mit ausgesetzten Tieren zu kämpfen habe, würden diese Probleme das ganze Jahr über stattfinden, sagte Michael Sperlich, Chef des Landestierschutzverbandes Sachsen, auf Anfrage. "Ausgenommen die Katzenwelpen, welche uns inzwischen vom Frühsommer bis zur Weihnachtszeit beschäftigen." Dabei sieht Sperlich die sächsische Regierung in der Verantwortung, der er Untätigkeit bei der Einführung einer Katzenschutzverordnung vorwirft. Eine solche Verordnung würde sachsenweit Halter von Freigängerkatzen zur Kastration verpflichten und damit die Vermehrung von Straßenkatzen eindämmen. Die verhaltensauffälligen Hunde seien hingegen das Ergebnis fachlich unfähiger und überforderter Eigentümer, so Sperlich. Kranke Tiere landeten derzeit häufig in den Heimen, weil viele Besitzer die erheblich gestiegenen Tierarztkosten nicht mehr tragen könnten. Das Dresdner Tierheim berichtet zusätzlich von Überlastung, weil es viele Tiere zur Zwangspflege aufnehmen müsse, deren Besitzer sich nicht angemessen kümmerten. Auch hier sind unter den Neuankömmlingen vor allem Katzen. Seit Beginn der Sommerferien wurden 18 Fundkatzen aufgenommen, darunter eine Mutter mit zwei Jungen, die definitiv ausgesetzt worden sei, teilte das zuständige Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt Dresden mit. Hunde seien in der Zeit nicht ausgesetzt worden. Einen Anstieg der ausgesetzten oder abgegebenen Tiere gab es in den Ferien bisher nicht, wie Sperlich und das Dresdner Amt mitteilten. Die Vermittlung läuft in dieser Zeit aber schleppend. Die Leute würden in der Regel erst in den Urlaub fahren und danach wieder auf das Thema Heimtierhaltung zurückkommen, sagte Sperlich. Das sei aber so auch sinnvoll. © dpa-infocom, dpa:260726-930-441755/1