Datum26.07.2026 15:28
Quellewww.spiegel.de
TLDRInnenminister Dobrindt bezeichnet den Anschlag am Rande des CSD in Berlin als "islamistischen Terroranschlag". Ein 21-jähriger Tatverdächtiger mit islamistischem Hintergrund fuhr mit einem Transporter in Passanten und verletzte mit einer Machete weitere Menschen. Es gibt eine Tote und 29 Verletzte. Der Verdächtige war der Polizei als Gefährder bekannt und wurde bereits wegen Straftaten verurteilt. Berlins Bürgermeister Wegner sprach von einem dunklen Tag für die offene Stadt.
InhaltInnenminister Dobrindt geht beim Angriff am Rande des CSD in Berlin von einem "islamistischen Terroranschlag" aus. Er nannte Details zur Tat sowie zum gesuchten Verdächtigen. Bei der Pressekonferenz am Tatort im Berliner Tiergarten haben Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) über die aktuelle Lage zum Anschlag am Rande des CSD in Berlin informiert. "Alles, was wir sehen, deutet darauf hin, dass wir es mit einem islamistischen Terroranschlag zu tun haben", sagte Dobrindt. "Wir stehen fassungslos und tief erschüttert vor diesem schrecklichen Anschlag. Unsere Gedanken, unsere Trauer, unsere Gebete sind bei den Opfern, bei den Angehörigen." Er hoffe sehr, "dass es eine Chance gibt, dass diejenigen, die noch um ihr Leben fürchten müssen, diese schwierige Situation überwinden können und eine Chance auf Genesung haben". Der Fahrer eines weißen Transporters hatte am Samstagabend am Rande des Christopher Street Day (CSD) gegen 22 Uhr im Berliner Tiergarten mehrere Personen angefahren. Anschließend sei er mit einer Stichwaffe, "mutmaßlich einer Machete, auf weitere Passanten losgegangen und hat diese ebenfalls schwer verletzt", so Dobrindt. Die Veranstalter des CSD brachen die Feierlichkeiten umgehend ab und riefen die Menschen vor Ort auf, ruhig nach Hause zu gehen. Dobrindt sprach auf der Pressekonferenz von 29 Verletzten und Schwerverletzten sowie einer Toten. Bislang war von 16 Verletzten die Rede. Die Polizei fand das Tatfahrzeug leer vor. Der oder die Täter sind auf der Flucht. Die Ermittler fahnden nach dem 21 Jahre alten Tatverdächtigen Abdul B. Polizisten durchsuchen seine Wohnung, Bahnhöfe und den Tatort. Die Polizei sei im Einsatz "nicht nur in der Stadt Berlin, sondern an den Bahnhöfen, an den Flughäfen, an den Grenzen". Dobrindt dankte der Polizei und den Rettungskräften. Der Verdächtige ist den Behörden als Islamist bekannt. Nach SPIEGEL-Informationen soll er versucht haben, sich der Terrororganisation "Islamischer Staat" anzuschließen. Die Polizei hatte den 2005 in Berlin geborenen Mann deshalb offenbar als Gefährder eingestuft. Bei Abdul B. habe man es "mit einem mutmaßlichen Täter zu tun, der in der Vergangenheit auffällig war", sagte Dobrindt: "Durch ein hohes Maß an Straftaten, durch eine Radikalisierung, durch eine Zugehörigkeit zur islamistischen Szene." Er sei in Berlin zu einem Jahr und zehn Monaten Haft verurteilt worden. "Diese Verurteilung wurde auf Bewährung ausgesetzt", so Dobrindt. Die Staatsanwaltschaft habe dagegen Beschwerde eingelegt. B. habe einen libanesischen Hintergrund. "Seine Mutter ist im Jahr 2002 eingebürgert worden. Er ist als deutscher Staatsbürger hier zur Welt gekommen." Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sagte, Berlin habe am Samtag "einen tollen Tag gefeiert. Berlin war bunt. Berlin hat gezeigt, wie vielfältig, wie offen diese Stadt ist. Sie hat einmal mehr gezeigt, dass Berlin die Stadt der Freiheit ist und bunt. Eine schöne Farbe", sagt Wegner: "Nach 22 Uhr wurde es dunkel. Sehr dunkel." Der Täter habe zwar das Veranstaltungsgelände des CSD nicht getroffen, weil dies gut gesichert gewesen sei. "Aber rund 400 Meter daneben sind immer noch Besucherinnen und Besucher des Christopher Street Day. Viele Menschen, die die Veranstaltung verlassen haben oder wieder hingehen wollten oder auch ganz normale Berlinerinnen und Berliner oder Gäste unserer Stadt." Die Stadt Berlin habe vor dem Roten Rathaus Trauerbeflaggung angeordnet. Um 15 Uhr will der Senat laut Wegner zu einer Sondersitzung zusammenkommen. "Wir werden mit den Sicherheitsbehörden das Gespräch suchen, um hier auch noch einmal aus Berliner Sicht aktuelle Erkenntnisse zu sammeln, um gegebenenfalls auch zu schauen, wie wir in Zukunft noch besser solche schrecklichen Taten verhindern können", sagte Wegner. Alle Entwicklungen verfolgen Sie hier im News-Update .