Datum26.07.2026 13:45
Quellewww.zeit.de
TLDRIn Erfurt findet eine Mahnwache für die Opfer des tödlichen Angriffs beim Berliner CSD statt. Ein 21-jähriger Mann fuhr dort mit einem Van in eine Menschenmenge, eine Frau starb. Thüringer Linke-Politiker verurteilten die Tat, nannten sie einen Angriff auf Freiheit und Vielfalt und riefen zum Schutz queerer Menschen auf. Der Verdächtige ist polizeibekannt und der islamistischen Szene zugeordnet.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Nach CSD-Tat in Berlin“. Lesen Sie jetzt „Nach Angriff beim CSD: Mahnwache in Erfurt für Opfer“. Nach dem tödlichen Angriff beim CSD in Berlin will die queere Community in Thüringen am Sonntagabend bei einer Mahnwache in Erfurt der Opfer gedenken. Thüringer Linke-Politiker verurteilten die Tat und riefen zum Schutz queerer Menschen auf. Zu der Mahnwache um 18.00 Uhr am Erfurter Hauptbahnhof rief das Bündnis aus allen Thüringer CSDs in den sozialen Medien auf. Damit solle Raum für gemeinsames Gedenken, Trauern und Solidarität geschaffen werden, hieß es. Am späten Samstagabend war ein Auto am Rande des Berliner CSD in eine Menschenmenge gefahren. Die Behörden fahnden nach dem Angriff nach dem 21-jährigen Abdul B., der mehr als ein Dutzend Menschen mit einem Van angefahren haben soll. Eine Frau wurde so schwer verletzt, dass sie starb. Der Verdächtige ist den Angaben der Polizei nach polizeibekannt und wird der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet. Die Landesvorsitzenden der Thüringer Linken, Katja Maurer und Ralf Plötner, sowie der Linke-Landtagsfraktionschef Christian Schaft zeigten sich fassungslos und erschüttert von der Tat. Ihre Gedanken seien bei den Opfern, Verletzten und Angehörigen, hieß es in einer Mitteilung. Die Politiker betonten, die CSD-Veranstaltungen stünden für Freiheit, Selbstbestimmung und gleiche Rechte für alle Menschen. Seit Jahren würden sie aus rechten oder fundamentalistisch-religiösen Kreisen bedroht, diffamiert oder angegriffen. Die queere Community und Demonstrationen wie den CSD zu schützen, sei eine politische und gesellschaftliche Pflicht. Auch der Thüringer Bundestagsabgeordnete und Vizepräsident des Bundestags, Bodo Ramelow (Linke), sprach sein Mitgefühl aus und wünschte den Verletzten eine schnelle Genesung. Er sprach von einem "Anschlag auf eine offene Welt". Der Regenbogen sei ein starkes Symbol für Freiheit, der CSD Ausdruck von Vielfalt. Er rief dazu auf, gemeinsam gegen Hass und Gewalt einzustehen. © dpa-infocom, dpa:260726-930-440512/1