Bundeswehr in Afghanistan: Ermittlungen gegen fünf Soldaten der Evakuierungsmission in Kabul

Datum26.07.2026 11:13

Quellewww.zeit.de

TLDRFünf Bundeswehrsoldaten werden wegen Diebstahls während der Evakuierungsmission in Kabul beschuldigt. Die Staatsanwaltschaft Kempten ermittelt gegen Soldaten des Fallschirmjägerregiments 31, die Uniformteile und möglicherweise Messer gestohlen haben sollen. Plünderungsvorwürfe wurden von der Bundesanwaltschaft ausgeräumt. Die Ermittlungen wegen Diebstahls dauern an, da die Soldaten bewaffnet waren. Die Mission selbst steht wegen nicht evakuierter Ortskräfte in der Kritik.

InhaltFünf Soldaten der Bundeswehr wird vorgeworfen, bei der Evakuierung des Flughafens in Kabul gestohlen zu haben. Die Ermittlungen dauern an. Die Staatsanwaltschaft Kempten ermittelt gegen fünf Bundeswehrsoldaten wegen des Verdachts des Diebstahls während der Evakuierungsmission in Afghanistan am Flughafen in Kabul. Es handelt sich laut Bild am Sonntag unter Berufung auf Bundeswehrkreise um Soldaten des Fallschirmjägerregiment 31 der Luftlandebrigade 1, welche dem Einsatzkontingent angehörten. Die Diebstähle sollen sich im militärischen Teil des Flughafens ereignet haben, in dem unter anderem militärische Ausrüstung verkauft wird. Die bewaffneten Soldaten sollen dort T-Shirts und Stoffabzeichen für die Uniform gestohlen haben. Auch von Messern sei in Bundeswehrkreisen die Rede. Die Ermittlungen dauern laut der Sprecher der Staatsanwaltschaft an. Die Ermittlungen begannen dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr, als gegen ein anderes Fallschirmjägerregiment mit der Nummer 26 ermittelt wurde. In Befragungen innerhalb der Bundeswehr berichteten Soldaten von den Vorfällen in Kabul. Die Wehrdisziplinaranwaltschaft schaltete unverzüglich nach Kenntnis eines möglichen Straftatbestands die Staatsanwaltschaft Kempten ein, wie eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums Bild am Sonntag mitteilte. Die Staatsanwaltschaft wiederum schaltete über die Generalstaatsanwaltschaft München den Generalbundesanwalt ein, um ein etwaiges Vorliegen von Plünderungen zu untersuchen. Wie das Bundesverteidigungsministerium Bild am Sonntag bestätigte, sei im Zuge der Ermittlungen auch Bildmaterial ausgewertet worden. Es wurden jedoch "keine Handlungen identifiziert, die den Tatbestand der Plünderung erfüllen". Der Verdacht möglicher Verstöße gegen das Völkerstrafgesetzbuch wurde damit von der Bundesanwaltschaft nach eigenen Angaben ausgeräumt. Die Ermittlungen liegen nun wieder in Kempten. Der Straftatbestand Diebstahl mit Waffen könnte Bild am Sonntag zufolge vorliegen, da die Soldaten bei dem Einsatz am Flughafen bewaffnet waren. Laut dem Bericht wurden Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) und der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, über das Ermittlungsverfahren informiert. Die Evakuierung der afghanischen Ortskräfte nach dem Abzug der internationalen Truppen im Jahr 2021 steht unter Kritik. Viele der afghanischen Ortskräfte wurden nicht in Sicherheit gebracht. Tausende waren angereist, um vor den Taliban zu fliehen.