Datum26.07.2026 06:00
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Deutsche Schachbund verzeichnet mit seinem "Schachgipfel" in Dresden einen vollen Erfolg. Präsident Meyer-Dunker lobt die hervorragende mediale Resonanz und den positiven Zuspruch der ca. 1.000 Teilnehmer. Schach wird als sozialer Teamsport hervorgehoben, da Teamwettbewerbe den größten Spaßfaktor darstellen. KI kann zwar analysieren, ersetzt aber nicht die menschliche Kreativität und Entscheidungsfindung. Zukünftig sollen jährliche Gipfeltreffen stattfinden, beginnend in Stuttgart.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Denksport erlebt Boom“. Lesen Sie jetzt „Schachbund mit gutem Fazit - eine ganze Sportart gewinnt“. Der Deutsche Schachbund hat seinen "Schachgipfel" in Dresden als vollen Erfolg verbucht. "Wir sind sehr zufrieden und happy. Die mediale Rezeption ist hervorragend", sagte Paul Meyer-Dunker, Präsident des Schachbundes, der Deutschen Presse-Agentur. Die Spielerinnen und Spieler hätten ein sehr gutes Feedback gegeben. "Es war einfach ein tolles Event und hat der Schachszene neuen Auftrieb gegeben. Was will man mehr?" Die vergangenen zehn Tage hatten sich gut 1.000 Schachspieler aus ganz Deutschland im Congress Center von Dresden versammelt. An einem Tag wurde auch im Großen Garten unter freiem Himmel gespielt. Heute geht das Spektakel am Brett mit Blitzschach zu Ende. Nach Ansicht von Meyer-Dunker kann Schach seine Schönheit vor allem auch als Mannschaftssport entfalten. In der Weltspitze hätten die Spieler ohnehin ein Team zur Analyse an ihrer Seite. "Der einsame Kämpfer kommt nicht weit." Bei Spitzenspielern agiere das Analyseteam oft nicht mehr vor Ort, sondern in einer anderen Zeitzone. "Wenn etwa eine Partie am Abend in Asien endet, kann das Team sie noch am gleichen Tag in Europa analysieren und der Spieler am nächsten Morgen - mit neuen Informationen versorgt - weiterspielen." Auch im Breitensport sei Teamgeist gefragt. "Die Teamwettbewerbe, das Spiel mit anderen in einer Mannschaft, machen den Leuten am meisten Spaß. Gemeinsam gewinnen, gemeinsam verlieren, gemeinsam analysieren, gemeinsam hinterher die Zeit verbringen - Schach ist ein sehr sozialer Sport", betonte Meyer-Dunker. Der Präsident ging auch auf die Frage ein, ob Schachcomputer oder Künstliche Intelligenz eines Tages das Spiel am Brett dominieren. "Maschinen können nicht das eigene Denken ersetzen. Sie können dem Spieler Varianten analysieren, den einen oder anderen Pfad bis zum Schluss aufzeigen, aber sie können die eigene Kreativität nicht steigern." Wer sich blind auf die Analyse einer Maschine verlasse, könne schnell in eine Sackgasse geraten. "Was ist, wenn der Gegner von seinem bisherigen Vorgehen abweicht? Es gibt im Schach immer auch diese menschliche Komponente. Am Ende muss der Mensch entscheiden." Nach den Worten von Meyer-Dunker will der Schachbund künftig wieder jedes Jahr einen Gipfel wie in Dresden veranstalten. Seit 2022 habe man das Treffen ausgelassen. Derzeit würden schon die Planungen für den Schachgipfel in Stuttgart laufen. "Er fällt mit unserem Jubiläum 150 Jahre Schachverband zusammen. Das wird eine große Sache." © dpa-infocom, dpa:260726-930-438791/1