Datum26.07.2026 06:00
Quellewww.zeit.de
TLDRLaut einer YouGov-Umfrage befürwortet fast jeder zweite Ostdeutsche eine Regierungsbeteiligung der AfD, falls diese in Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern stärkste Kraft wird. In Westdeutschland ist die Zustimmung geringer. Eine Mehrheit im Osten glaubt, dass eine AfD-Koalition die Demokratie stärken könnte, während im Westen eher eine Schwächung erwartet wird. Beide Regionen lehnen eine alleinige AfD-Regierung mehrheitlich ab. Ein Expertenregierung-Modell findet in beiden Teilen Deutschlands Anklang.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Regieren nach Landtagswahlen“. Lesen Sie jetzt „Ostdeutsche eher für AfD-Beteiligung als Allparteienbündnis“. Fast jeder zweite in Ostdeutschland befürwortet laut einer YouGov-Umfrage eine Regierungsbeteiligung der AfD in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, sollte die Partei dort stärkste Kraft werden. In der Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sagten dies 47 Prozent der befragten Ostdeutschen. In Westdeutschland bejahten dies 37 Prozent. Gefragt wurde nach dem Fall, dass die AfD bei den Landtagswahlen im September vor den anderen Parteien liegt, aber keine absolute Mehrheit erringt. 29 Prozent der in Ostdeutschland Befragten sprachen sich in diesem Szenario dafür aus, dass alle anderen Parteien gemeinsam eine Landesregierung ohne die AfD bilden. In Westdeutschland waren es 36 Prozent. Neuwahlen fänden in diesem Fall 11 Prozent der Ostdeutschen und 12 Prozent der Westdeutschen richtig. 13 beziehungsweise 15 Prozent trauten sich kein Urteil zu. YouGov befragte in Westdeutschland 1.573 Menschen, in Ostdeutschland 1.570. Die Ergebnisse sind dem Meinungsforschungsinstitut zufolge für die Landesteile jeweils repräsentativ. 38 Prozent im Osten erwarten, dass eine AfD-Beteiligung an einer Koalition die Demokratie stärken würde. 34 Prozent erwarten eine Schwächung. In Westdeutschland war die Gewichtung umgekehrt: 30 Prozent erwarten eine Stärkung, 47 Prozent eine Schwächung der Demokratie in einem solchen Fall. Eine Alleinregierung der AfD wird in beiden Befragungen skeptisch gesehen: Dass dies die Demokratie stärken würde, erwarten 21 Prozent im Westen und 30 Prozent im Osten. Eine Schwächung befürchten hingegen 57 Prozent im Westen und 44 Prozent im Osten. Gefragt wurde auch nach dem Modell einer "Expertenregierung" mit wechselnden Mehrheiten einschließlich der AfD. 39 Prozent im Westen und 44 Prozent im Osten können dem laut der Umfrage etwas abgewinnen; 34 Prozent im Westen und 29 Prozent im Osten sind jedoch eher oder voll und ganz dagegen. Jeweils 27 Prozent sagten: "weiß nicht". Das Modell wird vor allem vom Bündnis Sahra Wagenknecht vertreten. © dpa-infocom, dpa:260726-930-438803/1