Datum25.07.2026 19:00
Quellewww.spiegel.de
TLDRWaldbrände in Frankreich rücken näher an Bordeaux. Über 200.000 Menschen wurden bereits evakuiert. Der Minister schließt eine Evakuierung der Großstadt nicht aus, betont aber, dass dies nicht unmittelbar bevorstehe. Mehr als 1.200 Feuerwehrleute und 1.500 Soldaten sind im Einsatz, um die Brände, die tausende Hektar vernichten, zu bekämpfen. Auch in Spanien sind Brände eine ernste Bedrohung, die zu Evakuierungen und einem nationalen Notstand führt.
InhaltRund 200.000 Menschen sind in Frankreich schon vor den Waldbränden im Süden des Landes in Sicherheit gebracht worden. Innenminister Nuñez schließt eine Evakuierung von Bordeaux nicht aus. Die Waldbrände im Südwesten Frankreichs sind einer wichtigen Großstadt nähergekommen: Das Feuer sei inzwischen "30 Kilometer von Bordeaux entfernt", gab Innenminister Laurent Nuñez laut französischen Medien bei einer Lagebesprechung des Krisenstabs bekannt. "Unsere Aufgabe ist es, alle Situationen zu antizipieren", erklärte Nuñez der Zeitung "Le Monde " zufolge. Der Premierminister habe den Krisenstab gebeten, "alle Szenarien durchzuspielen", einschließlich einer Evakuierung von Bordeaux, "auch wenn wir alles tun, damit dieses Szenario nicht eintritt". Derzeit müssten sich die Einwohnerinnen und Einwohner allerdings nicht darauf vorbereiten, sagte der Politiker laut der Regionalzeitung "L'Independant ". Die Behörden sprechen von einem Feuer "beispiellosen Ausmaßes". Mehr als 1200 Feuerwehrleute sind im Einsatz. Fast 200.000 Menschen sind wegen der Brände bislang in Frankreich evakuiert worden, darunter etwa 167.000 im Département Gironde rund um Bordeaux sowie 31.000 im benachbarten Département Landes. Allein 57.000 davon mussten ihre Häuser und Wohnungen in der Nacht zum Samstag verlassen. Unter den Evakuierten sind auch viele Urlauber aus der bei Touristen beliebten Küstenregion rund um das Bassin d'Arcachon. Die Organisatoren der Tour de France wollen unterdessen die für Sonntag geplante Schlussetappe wegen der Brände kürzen und komplett in Paris austragen. Sie werde von ursprünglich 133 auf 89 Kilometer reduziert, heißt es. Demnach hat das Innenministerium entschieden, einen Teil der ursprünglich dafür eingeteilten Polizisten abzuziehen, um die Einsatzkräfte in den betroffenen Gebieten zu verstärken. Das französische Verteidigungsministerium teilte am Samstag zudem mit, 500 weitere Soldaten einsetzen zu wollen. Sie sollen demnach unter anderem bei der Evakuierung der bedrohten Regionen helfen und von Anwohnern verlassene Häuser sichern. Damit steigt die Zahl der eingesetzten Soldaten auf 1500. Zudem setzte das Militär erstmals ein Flugzeug vom Typ A400M mit einem speziellen Löschsystem ein, das bis zu 20 Tonnen Löschmittel abwerfen kann. Insgesamt seien 18 Löschflugzeuge im Einsatz. Betroffene zu "Le Monde" Nach Angaben der Präfektur Gironde hat der seit Mittwoch wütende Großbrand bei Bordeaux inzwischen fast 33.000 Hektar Fläche erfasst, das ist mehr als dreimal so viel wie die Fläche der Stadt Paris. Etwa 140 Gebäude wurden zerstört. Der beißende Rauchgeruch ist mittlerweile bis nach Bordeaux vorgedrungen. Auch in anderen Regionen Frankreichs, darunter im Département Var und auf der Insel Korsika, kämpfen Feuerwehrleute gegen weitere Brände. Im Département Cantal sei der ganze Himmel "grau, wir befinden uns in einer dicken Wolke, in der das Atmen langsam schwerfällt", schrieb eine Leserin an "Le Monde". Eine dünne Ascheschicht habe sich auf die Autos gelegt. Auch in Spanien wüten die Waldbrände weiter. In der Region Valencia sei eine Person in den Flammen umgekommen, teilte die Stadtverwaltung von Manises auf der Plattform X mit . Weitere Details sind derzeit noch nicht bekannt. Die durch die Brände in Madrid entstandenen Rauchwolken hatten sich am Freitag mit denen der Waldbrände von Bordeaux verbunden. Das war auf Satellitenbildern zu sehen, die der spanische Wetterdienst Aemet auf X veröffentlichte. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Wegen der schweren Waldbrände nahe der spanischen Hauptstadt Madrid haben sich inzwischen knapp 60.000 Menschen in Sicherheit bringen müssen. Hinzu kommen laut Innenministerium mehr als 28.000 Menschen, die wegen der Brände ihr Zuhause nicht verlassen können. Die Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte am Freitag für die Umgebung von Madrid sowie für die Region Ávila einen "Notstand von nationaler Tragweite" ausgerufen. Laut dem öffentlich-rechtlichen Sender RTVE ist es das erste Mal in Spanien, dass dies wegen Waldbränden geschieht.