Industriearbeitsplätze: BDI warnt vor schleichender Deindustrialisierung

Datum25.07.2026 11:34

Quellewww.zeit.de

TLDRDer BDI warnt vor schleichender Deindustrialisierung in Deutschland und fordert bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Laut BDI gehen monatlich etwa 15.000 Arbeitsplätze in der Industrie verloren, was zu einem Zehnjahrestief führt. Als Ursachen nennt der Verband internationale Handelskonflikte und Marktverzerrungen. Der BDI ist optimistisch, die Entwicklung stoppen zu können, wenn auf Innovationen gesetzt und die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt wird.

InhaltDer Bundesverband der Deutschen Industrie fordert bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen. "Die Lage ist kritisch", sagt Tanja Gönner. Es brauche Innovationen. Die deutsche Industrie verliert nach Angaben ihres Bundesverbands jeden Monat rund 15.000 Arbeitsplätze. "Die Lage der Industrie ist kritisch", sagte die Hauptgeschäftsführerin des BDI Tanja Gönner. Auch die Bundesagentur für Arbeit hatte zuletzt auf Stellenverluste in dieser Größenordnung hingewiesen. "Deutschland hat an Wettbewerbsfähigkeit verloren", sagte Gönner. Sie verwies auf schwierige internationale Bedingungen durch die Zollpolitik der USA und Marktverzerrungen von chinesischer Seite. Politische Entscheidungen in Deutschland und Europa müssten darauf abzielen, Unternehmen wieder wettbewerbsfähiger zu machen. Trotz der schwierigen Wirtschaftslage gibt sich Gönner optimistisch. Die schleichende Deindustrialisierung in Deutschland könne gestoppt werden. "Ich bin überzeugt: Wenn wir unsere Hausaufgaben machen, haben wir wieder alle Chancen", sagte Gönner. Innovation stehe bei vielen Unternehmen "längst ganz oben auf der Agenda". Nach den jüngsten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit sind in den vergangenen zwölf Monaten 174.000 Jobs im verarbeitenden Gewerbe verloren gegangen. Auch die Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit stammen demnach zu zwei Dritteln aus der Industrie. Mittlerweile ist die Zahl der Industriebeschäftigten in Deutschland so niedrig wie seit zehn Jahren nicht mehr, wie aus einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft und der Bertelsmann-Stiftung hervorgeht. Vielerorts werden Stellen nicht nachbesetzt, wenn Industriearbeiter in Rente gehen, dazu kommen Werksschließungen und Massenentlassungen. Der BDI versteht sich als Vertretung von rund 100.000 großen, mittleren und kleineren Unternehmen, die zusammen mehr als acht Millionen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen beschäftigen.