Einsatzkräfte: Rotes Kreuz kritisiert geplanten bayerischen Uniformtag

Datum25.07.2026 11:24

Quellewww.zeit.de

TLDRDas Bayerische Rote Kreuz kritisiert den geplanten bayerischen Uniformtag. Obwohl die Würdigung von Einsatzkräften grundsätzlich begrüßt wird, sieht das BRK den Uniformtag als ungeeignet an. Die Dienstkleidung sei kein Mittel zur Selbstdarstellung, sondern signalisiere Handlungsfähigkeit, die an einem solchen Aktionstag mangels Ausrüstung nicht gegeben sei. Zudem verstoße es gegen interne Vorgaben und das Ehrenamt habe kein Sichtbarkeitsproblem.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Einsatzkräfte“. Lesen Sie jetzt „Rotes Kreuz kritisiert geplanten bayerischen Uniformtag“. Das Bayerische Rote Kreuz hält nichts von den Plänen des Landtags, einen Uniformtag im Freistaat einzuführen. Dieser sei nicht das richtige Instrument, um das Engagement von Einsatzkräften zu würdigen und könne falsche Erwartungen wecken, sagte ein Sprecher. Er betonte: "Dienst- und Einsatzbekleidung ist für Angehörige des Roten Kreuzes kein beliebiges Kleidungsstück und kein Mittel zur öffentlichkeitswirksamen Selbstdarstellung."  Der Landtag hatte am Donnerstag einem Antrag von CSU und Freien Wählern mehrheitlich zugestimmt, der die Staatsregierung zur Einführung eines Uniformtages auffordert. An ihm sollen Einsatzkräfte auf freiwilliger Basis und nach Rücksprache mit dem Arbeitgeber in Uniform zur Arbeit kommen können.  Das Bayerische Rote Kreuz begrüßt zwar grundsätzlich das Anliegen, "das Engagement von Einsatzkräften sowie von ehrenamtlich Tätigen stärker in den Mittelpunkt der Gesellschaft zu rücken" - sieht aber Probleme. "Wer die Dienstbekleidung des Roten Kreuzes trägt, wird in der Öffentlichkeit unmittelbar als ansprechbare, handlungsfähige und zur Hilfe verpflichtete Einsatzkraft wahrgenommen", sagte der Sprecher.  Diese Erwartung an Handlungsfähigkeit könne an einem solchen Aktionstag aber nicht erfüllt werden. "An einem "Uniformtag" wäre die Einsatzkraft zwar als solche erkennbar, mangels medizinischer Ausrüstung und notwendigen Einsatzmaterials jedoch nicht entsprechend handlungsfähig. Das wird weder dem professionellen Anspruch gerecht, den die Einsatzkleidung vermittelt, noch der damit verbundenen Garantenstellung." Außerdem wäre ein Uniformtag auch nicht mit den internen Vorgaben des BRK zur Dienstbekleidung vereinbar. Diese wolle man nicht "für einen öffentlichkeitswirksamen Aktionstag" verändern. Grundsätzlich habe das Ehrenamt in Bayern "gewiss kein Sichtbarkeitsproblem", sagte der Sprecher. © dpa-infocom, dpa:260725-930-436382/1