Künftiger Gesundheitsminister: Linnemann mit «Höllenrespekt» vor künftigem Amt

Datum25.07.2026 10:42

Quellewww.zeit.de

TLDRDer designierte Gesundheitsminister Carsten Linnemann bittet um Einarbeitungszeit und bekundet "Höllenrespekt" vor der neuen Aufgabe. Zwar war er vor einem Jahr noch unsicher bezüglich seiner Eignung und bevorzugte seine Rolle als CDU-Generalsekretär, doch nun sieht er Potenzial, das Gesundheitssystem zu verbessern. Linnemann, promovierter Volkswirt und Wirtschaftsflügel-Vertreter, möchte unter anderem die Anzahl der Krankenkassen reduzieren und Lohnnebenkosten senken.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Künftiger Gesundheitsminister“. Lesen Sie jetzt „Linnemann mit "Höllenrespekt" vor künftigem Amt“. Der designierte Gesundheitsminister Carsten Linnemann bittet um Einarbeitungszeit für seine neue Aufgabe. "Klar, ich bin auch ehrlich, ihr müsst mir ein bisschen Zeit geben", sagte der CDU-Politiker in einem Video auf Instagram. "Hier und da muss ich einfach noch tiefer einsteigen. Und ich habe auch echt einen Höllenrespekt vor dieser Aufgabe." Aber es sei auch "ganz schön viel Musik drin", um zu einem gerechten, leistungsfähigen, zukunftsfähigen Gesundheitssystem zu kommen. Linnemann ist bislang CDU-Generalsekretär und wurde nach eigenen Worten kurzfristig von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gebeten, im Gesundheitsministerium Nachfolger der künftigen Kanzleramtsministerin Nina Warken (ebenfalls CDU) zu werden. In sozialen Netzwerken wurde noch einmal daran erinnert, dass Linnemann noch vor einem Jahr Zweifel an seiner Eignung als Gesundheitsminister geäußert hatte. Damals stand sein Wechsel ins Kabinett schon einmal zur Debatte. Dem Sender Phoenix hatte Linnemann im Mai 2025 gesagt, es sei nicht "sein Ding", Minister zu sein, nur damit das irgendwo in Wikipedia stehe. "Wenn sie mich jetzt aufgestellt hätten, weiß ich nicht, als Gesundheitsminister, wäre ich wahrscheinlich nicht erfolgreich gewesen. Die Leute hätten gesagt, warum wird der Gesundheitsminister, was hat der damit zu tun. Und deswegen: Schuster, bleib' bei deinen Leisten, mach das, was du kannst. Und mir geht es gut, ich fühle mich pudelwohl." Der 48-jährige Linnemann ist promovierter Volkswirt und arbeitete vor seiner Zeit als Abgeordneter zeitweise für die Deutsche Bank Research in Frankfurt am Main. In der Union gehört er dem Wirtschaftsflügel an. In der Vergangenheit hat sich Linnemann kritisch unter anderem über die Vielzahl der Krankenkassen in Deutschland geäußert. Dem Sender RTL sagte er im April: "Wir haben immer noch über 90 Krankenkassen, die in der Regel die gleichen Leistungen anbieten. Riesen Verwaltungsvolumen, da müssen wir ran. Mindestens die Hälfte. Ich finde, zehn Krankenkassen in Deutschland reichen." Linnemann mahnte auch immer wieder niedrigere Lohnnebenkosten an. In seinem aktuellen Instagram-Post betonte er, wie gerne er CDU-Generalsekretär gewesen sei. "Jetzt melde ich mich nochmal aus dem Konrad-Adenauer-Haus, hier aus meinem, ja, super Büro", sagte er. "Der Kicker steht da noch, den werde ich vermissen, noch mehr natürlich die Kolleginnen und Kollegen im Haus, aber auch die ganze Aufgabe. Wer mich kennt, weiß, ich habe das hier einfach gerne gemacht, aber es kommt manchmal anders, als man denkt." © dpa-infocom, dpa:260725-930-436167/1