Datum25.07.2026 09:50
Quellewww.zeit.de
TLDRÖsterreichs Europaministerin lehnt einen schnellen EU-Beitritt der Ukraine ab und kritisiert Präsident Selenskyj für die Forderung nach einem Beitrittsdatum. Sie betont, dass alle Kandidaten denselben Regeln folgen müssen und die Aufnahmekapazität der EU sorgfältig geprüft werden müsse. Ein EU-Beitritt der Ukraine würde die Union erheblich verändern und birgt die Gefahr einer Zweiklassen-Gesellschaft. Beitrittskandidaten müssten sich diesen durch Leistung verdienen.
InhaltEinen "Turbo-Beitritt" zur EU dürfe es für die Ukraine nicht geben, sagt Österreichs Europaministerin. Alle Beitrittskandidaten müssten dieselben Regeln befolgen. Österreich hat sich gegen einen zeitnahen Beitritt der Ukraine in die Europäische Union ausgesprochen. Europaministerin Claudia Bauer von der konservativen ÖVP übte dabei auch Kritik an Präsident Wolodymyr Selenskyj. "Der ukrainische Präsident ist meinem Eindruck nach in den letzten Monaten häufiger dadurch aufgefallen, dass er der EU am liebsten ein Beitrittsdatum diktieren möchte", sagte Bauer der Welt am Sonntag. Ein "Turbo-Beitritt auf Antrag" gehe "natürlich nicht". Man habe die Pflicht, die Aufnahmefähigkeit der EU "sorgfältig zu bedenken", sagte Bauer. Ein Beitritt der Ukraine mit 39 Millionen Menschen und einer "komplett anders ausgeprägten Agrarstruktur" würde die EU "maßgeblich verändern". Zudem warnte sie vor einer "Zweiklassen-Gesellschaft" bei der Aufnahme. Alle Beitrittskandidaten müssten dieselben Regeln befolgen und sich "einen Beitritt durch Leistung verdienen", sagte Bauer. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.