Datum16.10.2025 08:46
Quellewww.zeit.de
TLDRNach dem Ausbruch von 20 Mitgliedern der Bande Barrio 18 aus einem Gefängnis in Guatemala trat Innenminister Francisco Jiménez zurück. Präsident Bernardo Arévalo akzeptierte den Rücktritt und entließ weitere Sicherheitsbeamte. Der Ausbruch soll mit Unterstützung des Ministeriums erfolgt sein. Arévalo kündigte den Bau eines neuen Hochsicherheitsgefängnisses an und betonte den Kampf gegen Korruption und Verbindungen zwischen Politikern und kriminellen Netzwerken. Die US-Regierung hatte Barrio 18 kürzlich als ausländische Terrororganisation eingestuft.
Inhalt20 Mitglieder der Bande Barrio 18 sind in Guatemala aus dem Gefängnis ausgebrochen, der Innenminister trat zurück. Das Land will nun ein Hochsicherheitsgefängnis bauen. Nach dem Ausbruch mehrerer Bandenmitglieder aus einem Gefängnis in Guatemala sind der Innenminister Francisco Jiménez und weitere hochrangige Sicherheitsbeamte zurückgetreten. Guatemalas Präsident Bernardo Arévalo nahm den Rücktritt von Jiménez an, zudem wurden der Vizeminister für Sicherheit, José Ronaldo Portillo, sowie die Vizeministerin für Drogenbekämpfung, Claudia Palencia, entlassen. Die 20 entkommenen Kriminellen seien möglicherweise mithilfe des Ministeriums geflohen, schreibt das Nachrichtenportal Prensa Comunitaria. Sie sollen schon Mitte August als Polizisten verkleidet aus dem Gefängnis geschleust worden sein. Im Gegenzug soll die Bande ihre offen sichtbare Gewalt reduziert haben: Der September 2025 war nach den Worten des zurückgetretenen Innenministers Jiménez der "friedlichste Monat" der vergangenen zehn Jahre. Aufgefallen sein soll das Fehlen der Mitglieder der Bande Barrio 18 erst bei einer Nachzählung der Insassen. Der genaue Vorgang ist unklar. Der Vorfall ereignete sich nur wenige Wochen, nachdem die US-Regierung auf Drängen Guatemalas Barrio 18 offiziell als ausländische Terrororganisation eingestuft hatte. In einer Ansprache an die Nation rief Guatemalas Präsident Arévalo den Kampf seiner Regierung gegen alle korrupten Institutionen aus. Hinter der Befreiung der Häftlinge sieht Arévalo demnach "politische Akteure", welche Verbindungen zu diesen kriminellen Netzwerken unterhielten. Er kündigte zudem an, seine Regierung werde ein neues Hochsicherheitsgefängnis für 2.000 Insassen bauen lassen, das innerhalb von zwölf Monaten fertiggestellt werden soll.