Trump bei US-Korrespondentendinner: »Wenn ich weg bin, seid Ihr alle pleite«

Datum25.07.2026 08:01

Quellewww.spiegel.de

TLDRBeim nachgeholten US-Korrespondentendinner, das wegen Schüssen im April unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen stattfand, griff Präsident Trump die Medien erneut an. Er warf ihnen vor, "Fake News" zu verbreiten und behauptete, ihre Geschäftsmodelle seien von ihm abhängig. Trump meinte, Medien profitierten von seiner Person als Schlagzeilenlieferanten und seien ohne ihn "pleite". Diese Rhetorik ist typisch für Trump, der Medienhäuser oft als Gegner betrachtet.

InhaltBeim traditionellen US-Korrespondentendinner im April fielen Schüsse. Nun wurde die Veranstaltung unter verschärften Sicherheitsbedingungen nachgeholt. Präsident Trump nutzte den Auftritt für scharfe Attacken. Als US-Präsident Donald Trump im April beim traditionellen Korrespondenten-Dinner auftrat, fielen Schüsse . Ein Mann stürmte in das Gebäude und feuerte vor dem Ballsaal seine Waffe ab, ein Beamter der Sicherheitsbehörden wurde getroffen, Trump in Sicherheit gebracht, das Dinner abgebrochen. Auf das Chaos von damals reagierten die Behörden nun zum Nachholtermin mit erhöhten Sicherheitsmaßnahmen: mehr Polizisten waren im Einsatz, dazu gab es mehr Securityschleusen und akribischere Kontrollen. Den Termin nutzte Trump nun für seine bekannte Medienschelte. Zwar ließ Trump in seiner Ansprache punktuell Anerkennung für die Arbeit der Presse erkennen, warf den Medien aber zugleich vor, "Fake News" zu verbreiten. Zudem meinte er, Medienunternehmen profitierten von ihm. Vor den versammelten Journalistinnen und Journalisten sagte er: "Wenn ich weg bin, seid ihr alle pleite." Das Geschäftsmodell der US-Medien sei dann am Ende. Die Presse habe keine Ahnung, wie viel Glück sie mit ihm habe, weil er Schlagzeilen produziere, argumentierte Trump. Ihm lägen die Medien sehr am Herzen, behauptete er. Trump ist für seine stetigen "Fake News"-Vorwürfe bekannt, unliebsamen Medien hat er den Zugang zum Weißen Haus erschwert. Außerdem hat er sich schon mit Klagen gegen unliebsame Berichterstattung gewehrt. Kürzlich war etwa die "New York Times" unter Druck gesetzt worden, Quellen zu einem Bericht über Trumps "Air Force One"  offenzulegen. Die Zeitung wehrte sich, das US-Justizministerium zog die Vorladungen gegen Journalistinnen und Journalisten der "New York Times" später zurück. Beim ersten Versuch, das Korrespondentendinner auszurichten, hatte Donald Trump keine Rede halten können. Wegen der Schüsse vor dem Ballsaal waren er und seine Frau Melania in Sicherheit gebracht worden. Dieses Mal erschien Trump ohne die First Lady. Einmal jährlich richtet die Organisation der Journalisten, die in Washington über die Politik der US-Regierung berichten, ein Gala-Dinner aus, bei dem Vertreter des Weißen Hauses und auch andere Prominente zu Gast sind. Die Journalisten-Vereinigung der im Weißen Haus akkreditierten Korrespondenten veranstaltet den Festabend seit mehr als 100 Jahren.