Gesundheit: Krankenstand in Niedersachsen sinkt - Krankheitsdauer steigt

Datum25.07.2026 04:30

Quellewww.zeit.de

TLDRDer Krankenstand in Niedersachsen sank im ersten Halbjahr 2026 leicht auf 5,5 Prozent, bedingt durch einen starken Rückgang von Atemwegserkrankungen. Psychische Erkrankungen nahmen jedoch zu und waren der häufigste Krankschreibungsgrund. Die durchschnittliche Krankheitsdauer stieg leicht auf 9,5 Tage. Die DAK-Gesundheit betont die Wichtigkeit von Prävention und unterstützt flexible Wiedereinstiegslösungen wie Teilkrankschreibungen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Gesundheit“. Lesen Sie jetzt „Krankenstand in Niedersachsen sinkt - Krankheitsdauer steigt“. Ein starker Rückgang bei den Atemwegserkrankungen in Niedersachsen hat den Krankenstand im ersten Halbjahr 2026 leicht sinken lassen. Die Zahl der Fehltage wegen Atemwegserkrankungen wie Erkältungen sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ein gutes Fünftel auf 169 Tage je 100 Beschäftigte, wie eine Auswertung der Krankenkasse DAK-Gesundheit ergab. Allerdings gab es mehr psychische Erkrankungen. Insgesamt lag der Krankenstand bei 5,5 Prozent - 0,2 Prozentpunkte weniger als im ersten Halbjahr 2025. In dem Zeitraum waren also durchschnittlich pro Tag 55 von 1.000 Beschäftigten krankgeschrieben. Die durchschnittliche Erkrankungsdauer stieg dagegen laut Analyse leicht auf 9,5 Tage - in der ersten Jahreshälfte 2025 waren es noch 9,3 Tage. Für die Auswertung hat das Berliner IGES-Institut die Daten von rund 205.000 Erwerbstätigen in Niedersachsen untersucht, die bei der DAK versichert sind. "Der leichte Rückgang des Krankenstands ist ein positives Signal für die Arbeitswelt in Niedersachsen", kommentierte Dirk Vennekold, der Landeschef der DAK-Gesundheit in Niedersachsen. "Er zeigt, dass sich Investitionen in Gesundheit und Prävention lohnen." Er rief dazu auf, die Beschäftigten mit "modernen und flexiblen Lösungen bei einem gesunden Arbeitsleben zu unterstützen".  Dazu könne auch eine sogenannte Teilkrankschreibung beitragen, weil sie einen stufenweisen Wiedereinstieg in den Arbeitsalltag möglich mache, empfahl Vennekold. Das Gesundheits-Sparpaket der Bundesregierung sieht vor, bei langwierigeren Erkrankungen eine Teilkrankschreibung zu ermöglichen, wenn Beschäftigte und Arbeitgeber es möchten – mit 25, 50 und 75 Prozent der Wochenstunden. Als besonders auffällig bezeichnete die Krankenkasse den Rückgang bei den Atemwegserkrankungen in Niedersachsen um rund 21 Prozent. Dafür allerdings wuchs die Zahl der Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen um sieben Prozent - damit waren diese Erkrankungen im ersten Halbjahr der häufigste Krankschreibungsgrund. Ein Jahr zuvor waren es noch die Atemwegserkrankungen. Eine große Rolle spielen auf dem zweiten Platz Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems wie Rückenschmerzen. © dpa-infocom, dpa:260725-930-435558/1