Datum24.07.2026 17:15
Quellewww.spiegel.de
TLDREigentümer eines Wikingerschiff-Nachbaus aus Christopher Nolans Film "Die Odyssee" fordern 6000 Dollar Reparaturkosten. Sie behaupten, das Schiff sei während der sechsmonatigen Dreharbeiten beschädigt worden und die Produktionsfirma Universal habe die Kosten nicht übernommen. Universal dementiert und erklärt, alle Rechnungen seien bezahlt worden, bietet aber ein Gespräch zur Klärung an. Die Schiffseigner sehen sich im Stich gelassen, obwohl der Film erfolgreich ist.
InhaltIn Christopher Nolans jüngstem Epos ist die Nachbildung eines Wikingerschiffs zu sehen. Dessen Eigentümer behaupten nun, das Boot sei beim Dreh beschädigt worden. Die Filmfirma will das nicht so stehen lassen. Der Nachbau eines Wikingerschiffs steht im Mittelpunkt eines Zahlungsstreits um den Film "Die Odyssee". Gemessen am Einspielergebnis des Christopher-Nolan-Films allein am ersten Wochenende von mehr als 260 Millionen Dollar ist die infrage stehende Summe aber gering: Wie der "Guardian" und die "New York Times" übereinstimmend berichten, geht es den Schiffseignern um 6000 Dollar. Entsprechende Kosten hätten die Filmemacher nicht übernommen. Den Berichten zufolge handelt es sich bei der "Glad av Gillberga" um den Nachbau eines Wikingerschiffs aus der Zeit um das Jahr 1040, basierend auf einem im dänischen Roskildefjord gefundenen Wrack. Eigentümer ist demnach ein gemeinnütziger Wikinger-Kulturverband. Die 17,50 Meter lange Nachbildung taucht im Film als eines der Begleitschiffe auf. Für die Dreharbeiten sei das Schiff sechs Monate in den Händen der Produktionsfirma Universal gewesen. Als die "Glad av Gillberga" schließlich zurückkam, habe sie erhebliche Schäden aufgewiesen. Deren Reparatur habe Universal aber bis heute nicht bezahlt. Peter Olausson, Vorsitzender des Kulturverbandes, betonte laut "Guardian", dass es sich bei dem Betrag allein um Materialkosten handele, die Arbeitskraft sei gar nicht berechnet worden. "Natürlich kann sich Universal diese 6000 Dollar leisten. Wir fühlen uns vergessen." Weiter warf er dem Unternehmen vor, sein Wort gebrochen zu haben. Mit Blick auf das Schiff sagte er: "Die Vereinbarung war, dass wir es reparieren und finanziell entschädigt werden." Ist dem tatsächlich so? Universal will davon nichts wissen. "Unsere Unterlagen zeigen, dass alle Rechnungen im Zusammenhang mit der ›Glad av Gillberga‹ vollständig bezahlt wurden, einschließlich Reparaturen", sagte eine Sprecherin auf Anfrage der "New York Times". Dass man den eigenen Unterlagen nicht so ganz zu trauen scheint, könnte man aus dem dann folgenden Satz allerdings herauslesen. "Das Studio und die Produktion haben den Verband kontaktiert, um etwaige Missverständnisse auszuräumen." Christopher Nolans "Odyssee" wurde schon vor dem Kinostart ordentlich runtergemotzt. Lesen Sie hier in der Kritik von SPIEGEL-Redakteur Wolfgang Höbel, warum das zu Unrecht geschah.