Datum24.07.2026 16:36
Quellewww.spiegel.de
TLDRIran erhöht den Druck im Nahen Osten mit Angriffen auf Jordanien und Bahrain, die US-Verbündete sind und US-Truppen beherbergen. Diese Vergeltungsaktionen folgen auf tagelange US-Angriffe auf iranische Ziele, die den Schiffsverkehr in der strategisch wichtigen Straße von Hormus stark beeinträchtigen. Die Spannungen nehmen zu, während der US-Präsident aufgrund der andauernden Konfrontation zunehmend ungeduldig wird.
InhaltDie USA greifen Iran seit Tagen wieder an, Teheran erhöht nun seinerseits erneut den Druck mit neuen Angriffen. Der Schiffsverkehr in der Region ist bereits ausgebremst. In Washington schwindet offenbar zunehmend die Geduld. Iran hat erneut enge Verbündete der USA im Nahen Osten aus der Luft angegriffen. Jordaniens Militär meldete am Freitag sieben aus Iran abgefeuerte Raketen und sechs Drohnen, die die Flugabwehr abgefangen und abgeschossen habe. Es habe weder Verletzte noch Schäden gegeben. Auch der Golfstaat Bahrain meldete erneuten Beschuss. Die Luftverteidigung habe mehrere Geschosse aus Iran abgewehrt, teilten die bahrainischen Streitkräfte mit. Angaben zur Anzahl oder zu möglichen Schäden gab es nicht. Jordanien und Golfstaaten wie Bahrain beheimaten US-Truppen und Flugzeuge der US-Luftwaffe und sind damit zum möglichen Ziel Irans bei Vergeltungsangriffen in der Region geworden. Die iranischen Revolutionswächter bestätigten die Angriffe und meldeten mindestens einen weiteren auf den US-Stützpunkt Al-Adiri in Kuwait. Zudem sei ein Beobachtungsturm der Fünften US-Floote in Bahrain beschossen worden, meldet die iranische Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf die Eliteeinheit. Das US-Militär hatte nach eigenen Angaben zuvor die 13. Nacht in Folge Ziele in Iran angegriffen. Die jüngsten Angriffe hätten mehr als zwei Stunden gedauert, teilt das US-Zentralkommando (CENTCOM) mit. Ziel der Angriffe seien iranische Militär-Kommandozentralen, Drohnenlager, Kommunikationsnetze, Standorte zur Küstenüberwachung und maritime Kapazitäten gewesen. Damit solle die Bedrohung durch Iran für die zivile Schifffahrt und Handelsschiffe in der Straße von Hormus weiter verringert werden. Der Tankerverkehr durch die strategisch wichtige Straße von Hormus war am Donnerstag fast zum Erliegen gekommen. Dies geht aus Daten des Analysehauses Kpler hervor. Demnach hat lediglich ein einziger Tanker die Meerenge passiert. Dies war die niedrigste Zahl seit dem 7. Mai. Bei dem Schiff habe es sich um einen nach China fahrenden, mit Rohöl beladenen Supertanker gehandelt. In die entgegengesetzte Richtung sei kein einziges Schiff in die Meerenge eingefahren. Mit der anhaltenden Blockade und den weiteren Angriffen macht Teheran eine weitere Konfrontation zunehmend wahrscheinlicher. Ob die USA diese gewinnen könnten, erscheint allerdings fraglich. Zuletzt hatten die mit Iran verbündeten Huthi-Milizen angefangen, auch das Rote Meer zu blockieren. Laut einem Bericht des "Wall Street Journals" ist US-Präsident Donald Trump wegen der anhaltenden Konfrontation zunehmend ungeduldig. Trump sei "Rache-Modus", so das Blatt unter Berufung auch hochrangige US-Quellen.