Datum24.07.2026 16:22
Quellewww.zeit.de
TLDRDer deutsche 100-Meter-Rekordler Owen Ansah startet trotz eines laufenden Nada-Verfahrens bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften. Ihm wird die Verweigerung einer Dopingkontrolle vorgeworfen, er gibt als Grund an, zu einem internationalen Wettkampf aufgebrochen zu sein. Eine Suspendierung liegt nicht vor. Ansah ist deutscher Rekordhalter über 100 Meter und festes Mitglied der Sprintstaffel.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Leichtathletik“. Lesen Sie jetzt „100-Meter-Rekordler Ansah trotz Nada-Verfahrens bei DM dabei“. Der deutsche 100-Meter-Rekordler Owen Ansah wird trotz eines laufenden Verfahrens der Nationalen Anti Doping Agentur am Samstag bei den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Bochum starten. Das kündigte sein Anwalt Rainer Tarek Cherkeh in einer Erklärung am Tag vor den Titelkämpfen an. Ansah werde sich umfassend gegenüber der Nada äußern, die wegen eines möglichen Verstoßes gegen die Anti-Doping-Regeln des Deutschen Leichtathletik-Verbandes gegen ihn ermittelt. "Vor dem Hintergrund des derzeit laufenden Verfahrens und der gebotenen sorgfältigen Aufarbeitung des Sachverhalts werden gegenüber den Medien aktuell keine weiteren Stellungnahmen abgegeben", betonte Cherkeh. Gegen Ansah läuft ein sogenanntes Ergebnismanagementverfahren der Nada, die die Verweigerung einer Dopingkontrolle erwähnt hatte. Der 25-Jährige vom Hamburger SV ist vorläufig nicht suspendiert. "Für den dem Athleten vorgeworfenen Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen sieht das Anti-Doping-Regelwerk keine zwingend zu verhängende vorläufige Suspendierung vor", erklärte die Nada. Ansah war nach eigenen Angaben als Nachrücker ganz kurzfristig in das Starterfeld für das Diamond-League-Rennen in Monaco am 10. Juli gerutscht. Am Tag zuvor habe er gerade Richtung Flughafen aufbrechen wollen, als ein Kontrolleur außerhalb seines Proben-Zeitfensters geklingelt und um die Abgabe einer Dopingprobe gebeten habe. "Ich war schon sehr spät dran und konnte so kurzfristig die Probe nicht abgeben, zumal ich kurz zuvor die Toilette besucht hatte. Dies habe ich mit dem Kontrolleur besprochen", sagte Ansah weiter. "Es wurde nicht angeboten, dass der Kontrolleur mit zum Flughafen fährt, damit ich dort die Probe abgeben kann. Zudem wurden keinerlei Konsequenzen aufgezeigt. Der Kontrolleur wünschte mir noch viel Glück in Monaco." Dort sei er am Wettkampftag von der Welt-Anti-Doping-Agentur kontrolliert worden. Ansah war vor zwei Jahren in Braunschweig in 9,99 Sekunden als erster deutscher Sprinter unter der Marke von zehn Sekunden geblieben und hat seinen Rekord inzwischen auf 9,98 Sekunden gesteigert. Er ist normalerweise fester Bestandteil der deutschen Sprint-Staffel, die bei der EM ab dem 10. August im britischen Birmingham auf eine Medaille hofft. © dpa-infocom, dpa:260724-930-433933/1