Datum24.07.2026 16:24
Quellewww.spiegel.de
TLDREin 79-Jähriger aus Oberbayern hat zum vierten Mal Schockanrufer überführt. Der Rentner spielte die Masche mit einem angeblichen tödlichen Verkehrsunfall seines Sohnes mit, um die Polizei die Übergabe eines 21-jährigen Abholers in Pullach bei München abwarten zu lassen. Dies führte zu dessen Festnahme. Der Rentner hat der Polizei bereits zu fünf Festnahmen in vier Betrugsfällen verholfen, darunter Schockanrufe, ein Enkeltrick und Teppichbetrug.
InhaltMit großem schauspielerischen Talent hat ein bayerischer Rentner zum vierten Mal Betrüger auffliegen lassen. Auf einer Pressekonferenz erzählt er, er habe "richtig sauber Vollgas gegeben mit dem Theater". Ein 79-Jähriger aus Oberbayern hat zum vierten Mal zur Festnahme von Betrügern beigetragen. Er habe am Montag einen Schockanruf von einem Unbekannten erhalten, der sich weinend als sein Sohn ausgegeben habe, schilderte Rentner Bruno Schmaus bei einer Pressekonferenz der Polizei. Kurz darauf habe ein vermeintlicher Polizeibeamter den Hörer übernommen und gefordert, dass er 80.000 Euro Kaution für seinen Sohn zahlen müsse, weil dieser einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht habe und sonst ins Gefängnis müsse. Der Rentner durchschaute den Trick sofort und hielt den Anrufer so lange hin, bis die Polizei den 21 Jahre alten Abholer bei der fingierten Übergabe in Pullach bei München festnehmen konnte. "Da habe ich richtig sauber Vollgas gegeben mit dem Theater", erzählte Schmaus schmunzelnd. Auch wenn ihn die Betrüger ganz schön unter Druck gesetzt hätten. "Mitzuspielen ist gar nicht so einfach, weil man sehr viel wissen muss, sehr viel beachten muss und weil die sehr schnell erkennen, dass man sie an der Nase herumführt", sagte der stellvertretende Leiter des für Callcenter-Betrug zuständigen Münchner Kommissariats, Markus Nothelfer. Wegen des hohen psychischen Drucks, den die professionellen Banden aufbauen, empfehle die Polizei deshalb, aufzulegen und Anzeige zu erstatten. Mithilfe von Schmaus gelangen der Polizei damit nun bereits fünf Festnahmen in vier Fällen. Zuvor lieferte der Rentner schon bei zwei Schockanrufen, einem Enkeltrick und einem Teppichbetrug zu. Beim Letzteren sollten ihm an der Haustür überteuerte Teppiche angedreht werden. In einem fünften Fall scheiterte die Festnahme daran, dass der Abholer bei einem Enkeltrick die richtige Adresse nicht fand. Wie Sie sich und Ihre Familie vor Schockanrufen schützen, lesen Sie hier.