Bayern: Erste gemeine stellt Schilder für muslimisches Freitagsgebet auf

Datum24.07.2026 15:44

Quellewww.zeit.de

TLDRIn Penzberg, Bayern, werden Autofahrer nun auch auf das muslimische Freitagsgebet hingewiesen, zusätzlich zu den Schildern für christliche Gottesdienste. Diese Initiative gilt nach Angaben des örtlichen Imams als bundesweit einzigartig. Die Stadtverwaltung bestätigt die Aufstellung von Schildern an Ortseinfahrten, um die Gleichbehandlung der Religionsgemeinschaften zu fördern. Die Idee entstand im Rahmen von Gesprächen zur Erneuerung bestehender Gottesdienst-Infotafeln. Der Imam sieht darin ein wichtiges Zeichen für Wertschätzung, Gleichbehandlung und gelebte Religionsfreiheit in Zeiten zunehmender Polarisierung.

InhaltAutofahrer in Penzberg erfahren künftig nicht nur, wann christliche Gottesdienste stattfinden. Die oberbayerische Stadt weist auch auf das muslimische Freitagsgebet hin. Im oberbayerischen Penzberg werden Autofahrer künftig auch auf das Freitagsgebet der islamischen Gemeinde hingewiesen. An vier Ortseinfahrten, an denen bisher nur Schilder zu den Gottesdiensten der katholischen und evangelischen Kirchen standen, soll jeweils ein drittes Schild für das muslimische Freitagsgebet hinzukommen. Nach Angaben von Penzbergs Imam Benjamin Idriz ist das bundesweit einzigartig. Nach seinem Kenntnisstand ist es das erste offizielle kommunale Hinweisschild in Deutschland, das neben den Gottesdienstzeiten der katholischen und evangelischen Kirchen auch auf das muslimische Freitagsgebet aufmerksam macht. Die Stadtverwaltung erklärte, sie könne nicht beurteilen, ob es tatsächlich ein solches Schild bisher noch nirgends gebe. Bislang wurde ein entsprechendes Schild an einer Ortseinfahrt aufgestellt. Drei weitere sollen in den kommenden Wochen folgen. Die islamische Gemeinde im Landkreis Weilheim-Schongau zählt zu den bekanntesten in Bayern. 2019 besuchte auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Gemeinde. Für Idriz ist das neue Schild "ein Zeichen der Wertschätzung, der Gleichbehandlung der Religionsgemeinschaften und der gelebten Religionsfreiheit". "Gerade in einer Zeit, in der Vorurteile, Hass und Polarisierung zunehmen, senden solche sichtbaren Zeichen eine wichtige Botschaft: Menschen unterschiedlichen Glaubens gehören selbstverständlich zu unserer Gesellschaft und begegnen einander mit Respekt", sagte der Imam. Nach Angaben der Stadt entstand die Idee, als bei einer Gesprächsrunde zwischen dem Bürgermeister und den Vertretern der verschiedenen Religionen über eine Erneuerung der alten, verblichenen Gottesdienst-Infotafeln geredet wurde. Dabei sollte dann auch eine Tafel für das Freitagsgebet ergänzt werden.