Datum24.07.2026 10:59
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Verfassungsschutz Baden-Württemberg schätzt, dass rund jeder fünfte AfD-Anhänger rechtsextremistisch ist. Im Bericht 2025 wird das Potenzial auf 1.730 Mitglieder von 8.600 Mitgliedern geschätzt, was einen Anstieg bedeutet. Der Landesverband wird seit 2022 als Verdachtsfall beobachtet, wogegen die AfD klagt. Auch die Jugendorganisation "Generation Deutschland" wird als Verdachtsfall eingestuft. Die AfD ist mit 18,8 Prozent die stärkste Oppositionskraft im Landtag.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Verfassungsschutzbericht“. Lesen Sie jetzt „Verfassungsschutz schätzt: Jeder Fünfte in AfD extremistisch“. Die AfD in Baden-Württemberg besteht nach Einschätzung des Verfassungsschutzes zu einem guten Teil aus Rechtsextremisten - und ihr Anteil wächst. Von den landesweit 8.600 Mitgliedern rechnet der Verfassungsschutz 1.730 Mitglieder einem extremistischen Personenpotenzial zu - und damit rund jedes fünfte Mitglied. Das steht im aktuellen Verfassungschutzbericht für das Jahr 2025, der in Stuttgart vorgestellt wurde. Im Vorjahr waren es laut Verfassungsschutz schätzungsweise noch 1.170 Extremisten bei 6.200 AfD-Mitgliedern. Das Landesamt für Verfassungsschutz beobachtet den AfD-Landesverband seit 2022 als Verdachtsfall. Die Einstufung bedeutet, dass die Geheimdienstler die AfD genauer unter die Lupe nehmen dürfen, unter strengen Voraussetzungen Mitglieder observieren, Telefone überwachen, Informanten anwerben dürfen. Allerdings läuft noch ein Rechtsstreit über die Einstufung. Der Landesverband hatte gegen die Beobachtung durch das Landesamt sowie deren öffentliche Bekanntgabe geklagt. Aus Sicht der Südwest-AfD wird der Inlandsgeheimdienst zur Diskreditierung politischer Konkurrenten instrumentalisiert. Auch die vor kurzem neu in Baden-Württemberg gegründete AfD-Jugendorganisation "Generation Deutschland" wird als rechtlich unselbständiger Teil der AfD Baden-Württemberg vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall bearbeitet, wie Innenminister Manuel Hagel (CDU) mitteilte. Die AfD war bei der Landtagswahl im März auf 18,8 Prozent gekommen. Mit 35 Mandaten ist sie mit Abstand die stärkste Oppositionskraft. Koalieren will mit der rechten Partei keine andere Fraktion. © dpa-infocom, dpa:260724-930-431356/1