Fachkräftemangel: Chemiebranche will mehr Ausbildungsplätze sichern

Datum24.07.2026 10:55

Quellewww.zeit.de

TLDRDie ostdeutsche Chemiebranche kämpft gegen einen Rückgang bei Ausbildungsverträgen. Arbeitgeberverband und Gewerkschaft haben eine Initiative gestartet, um Ausbildungsplätze zu sichern. Trotz sinkender Zahlen und schwieriger Wirtschaftslage (hohe Kosten, Wettbewerb) steigt der Fachkräftebedarf durch Renteneintritte. Die Initiative umfasst Social-Media-Kampagnen, Förderprogramme und Weiterbildungen für Ausbilder, um Investitionen in die Zukunft zu sichern.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Fachkräftemangel“. Lesen Sie jetzt „Chemiebranche will mehr Ausbildungsplätze sichern“. Nach einem deutlichen Rückgang neuer Ausbildungsverträge in der ostdeutschen Chemieindustrie haben Arbeitgeber und Gewerkschaft eine gemeinsame Ausbildungsinitiative gestartet. Sie soll Unternehmen dabei helfen, Ausbildungsplätze zu sichern. Nach Angaben des Arbeitgeberverbands Nordostchemie boten die Mitgliedsunternehmen im vergangenen Jahr insgesamt 586 Ausbildungsplätze an – 33 Prozent weniger als im Vorjahr. Besetzt wurden 531 Ausbildungsplätze, ein Rückgang von 30 Prozent gegenüber 2024.  Als Ursachen nennen Arbeitgeberverband und Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) die anhaltend schwierige wirtschaftliche Lage der Branche. Hohe Energie- und Produktionskosten, zunehmender internationaler Wettbewerb, ausbleibende Investitionen und Standortschließungen setzten viele Unternehmen unter Druck. Gleichzeitig steige der Bedarf an qualifizierten Fachkräften, weil in den kommenden Jahren zahlreiche erfahrene Beschäftigte in den Ruhestand gingen. "Die Ausbildungszahlen in unserer Region sind alarmierend", sagte IGBCE-Landesbezirksleiterin Stephanie Albrecht-Suliak. Die Ausbildungsinitiative soll Unternehmen bei der Gewinnung und Ausbildung von Nachwuchskräften unterstützen. Geplant sind unter anderem eine Social-Media-Kampagne zur Nachwuchsgewinnung, ein Förderprogramm für Ausbildungsbetriebe sowie Qualifizierungsangebote für Ausbildungsverantwortliche. "Ausbildung ist die wichtigste Investition in die Zukunft unserer Branche", erklärte Nora Schmidt-Kesseler, Hauptgeschäftsführerin des Arbeitgeberverbands Nordostchemie. Begleitend haben Arbeitgeberverband und Gewerkschaft einen gemeinsamen Appell veröffentlicht. Darin rufen sie die Unternehmen auf, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten an der Ausbildung festzuhalten und bestehende Förderangebote zu nutzen. Ausbildung bleibe die wichtigste Voraussetzung, um den künftigen Fachkräftebedarf zu sichern und den Industriestandort Ostdeutschland zu stärken. © dpa-infocom, dpa:260724-930-431332/1