Schwimmbäder: Fast jedes zweite Freibad ist sanierungsbedürftig

Datum24.07.2026 10:24

Quellewww.zeit.de

TLDRFast jedes zweite Freibad in Deutschland ist sanierungsbedürftig. Eine Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen zeigt, dass nur ein Viertel der Bäder in gutem Zustand ist. Hauptgründe für den Investitionsstau sind fehlende Finanzierungsmöglichkeiten und unpassende Förderprogramme. Die Betreiber fordern verbesserte Rahmenbedingungen, um die Zukunft dieser wichtigen kommunalen Einrichtungen zu sichern.

InhaltDen Freibädern in Deutschland fehlen Geld und passende Förderprogramme. Lediglich ein Viertel der Bäder ist laut einer Umfrage in gutem Zustand. Fast jedes zweite Freibad in Deutschland ist sanierungsbedürftig. Das geht aus einer Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen, die der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) vorliegt. Als größte Hürde für notwendige Modernisierungen nennen die Betreiber demnach fehlende Finanzierungsmöglichkeiten und nicht passgenaue Förderprogramme. Eine umfassende Sanierung wäre demnach bei 45 Prozent der Freibäder nötig. Das ist im Vergleich zu den Vorjahren ein deutlicher Anstieg: 2024 lag diese Zahl bei gut einem Drittel (35 Prozent), 2025 dann bei 38 Prozent. Bei einem weiteren knappen Drittel (31 Prozent) der Bäder stehen kleinere Reparaturen und Ausbesserungen an. Ein Viertel der Freibäder (24 Prozent) ist saniert und befindet sich "in gutem Zustand". Der Hauptgeschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen, Ingbert Liebig, sagte, die Entwicklung sei in der Sommerzeit "umso besorgniserregender", da Millionen Menschen die Freibäder nutzen wollten. "Wer heute nicht investiert, gefährdet die Zukunft eines wichtigen Angebots der kommunalen Daseinsvorsorge", sagte Liebig. Dabei investiert der Umfrage zufolge gut jeder dritte Betreiber (36 Prozent) schon mehr als 15 bis 30 Prozent des eigenen Budgets in Sanierungen; weitere 32 Prozent geben diesen Anteil mit 8 bis 15 Prozent an. 58 Prozent der Badbetreiber teilten mit, sich bei einer Sanierung mit Hindernissen konfrontiert zu sehen – vier Prozent mehr als im Vorjahr. Die größte Herausforderung bleibe die Finanzierung: 90 Prozent der Befragten nennen sie als zentrales Problem. Darauf folgen gestiegene Baukosten, die drei Viertel (76 Prozent) als Hindernis nennen. Für die kommenden fünf Jahre sieht eine Mehrheit von 64 Prozent die größten Herausforderungen in Sanierungsstau und fehlenden Mitteln; es folgt der Fachkräftemangel (58 Prozent). Der Verband kommunaler Unternehmen fordert bessere Förderbedingungen. Freibäder müssten als Orte der Schwimmausbildung und Gesundheitsvorsorge erhalten bleiben.  Befragt wurden den Angaben zufolge 94 Badbetreiber im April. Insgesamt gibt es in Deutschland gut 2.800 Freibäder.