VW: Volkswagen meldet Gewinneinbruch im zweiten Quartal

Datum24.07.2026 10:12

Quellewww.zeit.de

TLDRVolkswagen meldet einen Gewinneinbruch von 32,9 Prozent im zweiten Quartal. Grund dafür sind unter anderem geopolitische Spannungen und starker Wettbewerbsdruck in China. Konzernchef Oliver Blume will bis Jahresende neue, umfassende Sparmaßnahmen verabschieden, die bis zu 50.000 Stellen weltweit betreffen könnten. Diese Pläne stoßen auf Widerstand bei Gewerkschaft, Betriebsrat und dem Land Niedersachsen.

InhaltEuropas größter Autobauer meldet im zweiten Quartal einen Erlösrückgang von knapp einem Drittel. Konzernchef Blume will bis Jahresende neue Sparmaßnahmen verabschieden. Der Autobauer Volkswagen hat in den Monaten April bis Juni dieses Jahres deutlich weniger Gewinn gemacht als im Vorjahreszeitraum. Wie das Unternehmen in Wolfsburg mitteilte, sank das Konzernergebnis im zweiten Quartal nach Steuern um 32,9 Prozent von 2,29 Milliarden Euro auf 1,54 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal 2025 hatte VW noch etwa 2,29 Milliarden Euro verdient. Schon damals war der Gewinn 36 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Für das Gesamtjahr ‌rechnet der Konzern nach eigenen Angaben mit ⁠einem Umsatzrückgang von bis zu drei Prozent statt eines Wachstums von bis zu drei Prozent. Die Gewinnmarge solle dagegen wie bislang angenommen zwischen vier und 5,5 Prozent liegen und damit über dem Niveau ⁠der ersten Jahreshälfte, hieß es. Insgesamt erwarte er ein "robustes ‌Ergebnis über Vorjahresniveau", sagte VW-Chef Oliver Blume. Zuvor hatte der Konzern bereits mitgeteilt, dass die Auslieferungen konzernweit um knapp 9 Prozent auf 2,08 Millionen Fahrzeuge zurückgegangen seien. Auf dem chinesischen Markt sanken die Verkäufe um mehr als ein Drittel auf 424.300 Fahrzeuge. Blume verwies bei den Gründen auf Zölle, Kriege, geopolitische Spannungen sowie Konkurrenzdruck. Das Umfeld für die Autoindustrie bleibe "extrem herausfordernd", sagte er. Zuletzt hatte er angesichts der Gewinneinbrüche erneut deutliche Sparmaßnahmen angekündigt. Dabei geht es möglicherweise um bis zu 50.000 Stellen weltweit und vier Werke in Deutschland. 50.000 zusätzliche Arbeitsplätze sollen bis 2030 abgebaut werden. 35.000 Jobs davon sind demnach bei der Kernmarke betroffen. Zudem fallen tausende Jobs bei Töchtern wie Audi und Porsche weg. Mehr als 37.000 Beschäftigte haben bereits entsprechende Vereinbarungen unterschrieben. Er strebe eine Verabschiedung seines neuen Sparpakets für den Konzern noch in diesem Jahr an, gab Blume bekannt. Sein Ziel sei es, dazu bis Jahresende Beschlüsse im Aufsichtsrat zu treffen, sagte er weiter. "In einem Umfeld, ‌in dem der Gesamtmarkt in China um 20 Prozent ​zurückgeht und chinesische Wettbewerber ihre Exporte und dadurch den Wettbewerbsdruck ⁠in Europa erhöhen, ​reichen die bislang geplanten Initiativen ‌nicht aus", teilte Finanzchef ​Arno Antlitz zudem mit. Derzeit liege die operative Umsatzrendite mit 3,8 Prozent auf einem zu niedrigen Niveau und unterstreiche den Handlungsbedarf. Die Gewerkschaft sowie der Betriebsrat stellten sich öffentlich gegen die Pläne. Auch das Land Niedersachsen, das mit 20 Prozent an VW beteiligt ist und zwei Mitglieder im Aufsichtsrat stellt, kritisierte das Vorhaben. Berichten zufolge fielen die Pläne in dem Gremium zunächst durch.