Kabinettsumbau: Patrick Schnieder soll Posten als Verkehrsminister verlieren

Datum24.07.2026 10:10

Quellewww.zeit.de

TLDRBundeskanzler Friedrich Merz plant offenbar eine Kabinettsumbildung und will Verkehrsminister Patrick Schnieder ersetzen. Als möglicher Nachfolger wird der CDU-Finanzpolitiker Fritz Güntzler gehandelt. Die Erneuerung des Ministeriums steht im Kontext der Krise bei der Deutschen Bahn und der angespannten Haushaltslage für Infrastrukturprojekte. Vor allem die Modernisierung des Schienennetzes und Brücken stehen im Fokus, während für Neu- und Ausbauprojekte zusätzliche Finanzmittel benötigt werden.

InhaltBundeskanzler Friedrich Merz will Patrick Schnieder als Bundesverkehrsminister ersetzen. Als Nachfolger ist der CDU-Politiker Fritz Güntzler im Gespräch. Im Zuge der Kabinettsumbildung soll Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) sein Amt verlieren. Das bestätigten CDU-Kreise der ZEIT. Zuvor hatten die Nachrichtenagentur dpa, die Bild-Zeitung und Table.Briefings berichtet. In einer Pressekonferenz bestätigte Merz lediglich, dass es weitere Änderungen im Kabinett geben, er die Entscheidungen aber in Ruhe treffen werde. Als Nachfolger Schnieders ist der CDU-Finanzpolitiker Fritz Güntzler aus Göttingen im Gespräch. Güntzler ist seit 2013 Bundestagsabgeordneter und seit 2014 als stellvertretender Landesvorsitzender der niedersächsischen CDU. Er ist ordentliches Mitglied im Finanz- und Sportausschuss und im Bundesfinanzierungsgremium. 2016 bis 2017 war er Mitglied des Cum/Ex-Untersuchungsausschusses des Parlaments und 2020 bis 2021 Mitglied des Wirecard-Untersuchungsausschusses.  Auch Schnieders Nachfolger wird vor allem mit der Krise bei der bundeseigenen Deutschen Bahn befasst sein. Schnieder machte im vergangenen Jahr Evelyn Palla zur neuen Bahnchefin. Noch immer aber sind viele Züge unpünktlich, bei der Sanierung stark belasteter Strecken gab es Verzögerungen. Bei dem schuldenfinanzierten Sondervermögen zur Modernisierung der Infrastruktur liegt der Fokus darauf, das Schienennetz und Brücken zu sanieren. Für den Neu- und Ausbau von Autobahnen oder Bahnstrecken aber fehlen in den kommenden Jahren viele Milliarden – denn dafür kommt das Geld aus dem Kernbundeshaushalt, dessen Lage aber angespannt ist. Für Aufsehen sorgten im vergangenen September Berichte aus dem Verkehrsministerium, dass es wegen Milliardenlücken zu Verzögerungen bei Neu- und Ausbauprojekten bei Autobahnen und Bundesstraßen kommen könnte. Für Bundesländer kursierten Listen, für welche Projekte genau keine Baufreigaben erteilt werden könnten – und in welchem Wahlkreis diese liegen. Nicht nur im Finanzministerium kam das nicht gut an. Die Spitzen der Koalition vereinbarten dann aber zusätzliche Gelder. Bundeskanzler Merz sagte: "Alles, was baureif ist, wird gebaut."