Datum24.07.2026 08:08
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer VW-Konzern verzeichnete im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang von 32,9 Prozent, primär bedingt durch schwache Verkäufe in China. Die Auslieferungen sanken konzernweit um fast neun Prozent. Für das Gesamtjahr erwartet VW nun einen Umsatzrückgang von bis zu drei Prozent. Porsche konnte trotz Absatzrückgang seinen operativen Gewinn steigern. VW plant weitere Sparmaßnahmen und den Abbau von bis zu 50.000 Stellen weltweit, auf die Widerstand von Gewerkschaften und Politik stößt.
InhaltSchwache Verkäufe vor allem in China setzen dem VW-Konzern weiter zu: Der Gewinn ist im zweiten Quartal erneut kräftig gesunken. Porsche konnte immerhin seinen Umsatz steigern. Der Volkswagen-Konzern hat im zweiten Quartal einen erneuten Gewinnrückgang verbucht. In den Monaten April bis Juni ging das Konzernergebnis nach Steuern um 32,9 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro zurück, wie Europas größter Autobauer in Wolfsburg mitteilte. Im zweiten Quartal 2025 hatte VW unterm Strich noch 2,29 Milliarden Euro verdient. Das waren damals bereits 36 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Auslieferungen während des Quartals waren konzernweit um fast neun Prozent auf 2,08 Millionen Fahrzeuge gefallen, das hatte der Konzern bereits zuvor mitgeteilt. Auf dem wichtigen Markt China sackten die Verkäufe sogar um mehr als ein Drittel auf 424.300 Fahrzeuge ab. Abseits Chinas sah es dagegen im Verkauf etwas besser aus. Der Wolfsburger Dax-Konzern rechnet nach Angaben vom Freitag nun für das Gesamtjahr mit einem Umsatzrückgang von bis zu drei Prozent statt eines Wachstums von bis zu drei Prozent. Die Gewinnmarge solle dagegen, wie bislang angenommen, zwischen 4 und 5,5 Prozent liegen und damit über dem Niveau der ersten Jahreshälfte. VW-Chef Oliver Blume sagte, insgesamt erwartet er ein "robustes Ergebnis über Vorjahresniveau". Der angeschlagene Sportwagenbauer Porsche hat dagegen sein Ergebnis im ersten Halbjahr trotz eines weiteren Absatzschwunds um ein Drittel gesteigert. Wie aus den Geschäftszahlen des Mutterkonzerns Volkswagen hervorgeht, betrug das operative Ergebnis 1,35 (Vorjahr: 1,01) Milliarden Euro, nachdem es im Vorjahreszeitraum um zwei Drittel eingebrochen war. In der kommenden Woche will der Stuttgarter Autobauer die Belegschaft und die Öffentlichkeit über das zweite Paket an Stellenstreichungen informieren. Nach Medienberichten sollen in den kommenden Jahren mindestens 5000 Arbeitsplätze wegfallen, nachdem im vergangenen Jahr bereits der Abbau von 3900 Jobs beschlossen worden war. Den Gegenwind durch Zölle, Kriege, geopolitische Spannungen und härter werdende Konkurrenz hatte Konzernchef Oliver Blume bereits im Frühjahr beschrieben. Er plant daher neue Sparmaßnahmen mit deutlichen Einschnitten: Bis zu 50.000 Stellen weltweit und vier Werke in Deutschland stehen auf dem Prüfstand – zusätzlich zu den 50.000 Jobs, die bis 2030 bereits abgebaut werden sollen. Gewerkschaft und Betriebsrat haben bereits heftigen Widerstand angekündigt. Ebenso das Land Niedersachsen, das mit 20 Prozent an VW beteiligt ist und zwei Mitglieder im Aufsichtsrat stellt. Zusammen mit den Arbeitnehmern bilden sie damit die Mehrheit. In dem Gremium fielen die Pläne Berichten zufolge dann auch zunächst durch. Bis 2030 hat Volkswagen bereits den Abbau von konzernweit 50.000 Stellen in Deutschland angekündigt. 35.000 Jobs sollen bei der Kernmarke wegfallen, der Rest bei Töchtern wie Audi und Porsche. Mehr als 37.000 Beschäftigte haben bereits entsprechende Vereinbarungen unterschrieben.