Datum24.07.2026 05:54
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Städtetag fordert Mitspracherecht bei den geplanten Schließungen von über 30 Galeria-Kaufhausfilialen. Er befürchtet eine Abwärtsspirale für Innenstädte und will individuelle Lösungen für Standorte und Mitarbeiter finden. Der angeschlagene Konzern, der erneut Insolvenz angemeldet hat, verhandelt mit Vermietern über Mietkonditionen. Für betroffene Standorte sind schlüssige Nachnutzungskonzepte unerlässlich, um negative Auswirkungen auf die Innenstädte zu vermeiden.
InhaltMehr als 30 von 83 Galeria-Kaufhäusern droht das Aus. Der Städtetag fürchtet eine "Abwärtsspirale" in deutschen Innenstädten und will über die Zukunft mitentscheiden. Im Ringen um die Zukunft der angeschlagenen Warenhauskette Galeria fordert der Deutsche Städtetag eine Mitsprache der betroffenen Kommunen. "Schon in der Vergangenheit hat sich das bewährt, um passende und individuelle Lösungen für die Standorte und für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden", sagte der Hauptgeschäftsführer des Städtetags, Christian Schuchardt, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Galeria hatte am Mittwoch angekündigt, 33 seiner 83 Kaufhäuser auf ihre Rentabilität zu prüfen und möglicherweise zu schließen. Unter anderem wolle der Konzern mit Vermietern über Mietkonditionen und Flächenanpassungen verhandeln. Städtetag-Chef Schuchardt forderte im Fall von Filialschließungen zügige und schlüssige Konzepte für eine Folgenutzung. Sonst drohe eine "Abwärtsspirale" für die betroffenen Innenstädte. Jeder Standort stehe dabei vor individuellen Herausforderungen. Der Kaufhauskonzern, der rund 12.000 Menschen beschäftigt, hatte Anfang 2024 zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz angemeldet. Grund dafür war unter anderem die finanzielle Schieflage des Mutterkonzerns Signa. Im Sommer 2024 wurden neun Standorte geschlossen. Seitdem gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz. Vor wenigen Wochen hatte das Unternehmen einen neuen Kredit von bis zu 160 Millionen Euro gesichert. Die US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers soll das Geld bereitstellen. Dennoch ist die Zukunft der Kette ungewiss.