Datum24.07.2026 05:30
Quellewww.zeit.de
TLDRThüringen erwägt die Gründung eines Azubi-Werks zur besseren Betreuung von Auszubildenden. Ministerpräsident Mario Voigt prüft die Einrichtung einer Organisation, die Studierendenwerken ähnelt. Ziel ist, Auszubildende gleichwertig zu behandeln und die Attraktivität der dualen Ausbildung zu steigern, beispielsweise durch bezahlbaren Wohnraum oder Mobilitätsangebote. Regierung und Kammern stehen im Austausch. Die Initiative reagiert auf den seit Jahren bestehenden Mangel an Bewerbern für Ausbildungsplätze.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Azubi-Betreuung“. Lesen Sie jetzt „Voigt: Prüfen die Gründung eines Azubi-Werks in Thüringen“. Thüringens Auszubildende könnten künftig ähnlich betreut werden wie Studierende. "Wir prüfen derzeit die Einrichtung eines Auszubildendenwerks", sagte Ministerpräsident Mario Voigt der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Eine solche Organisation, die sich um die Belange von Tausenden Azubis im Freistaat kümmern solle, wäre vergleichbar mit dem Studierendenwerk. "Es geht darum, Studierende und Azubis gleichwertig zu behandeln", sagte der CDU-Politiker. Die Landesregierung sei dazu im Kontakt mit den Kammern sowie dem DGB, ohne die ein solches Projekt nicht möglich sei. Voigt sprach von einer Machbarkeitsstudie, aus der die nächsten Schritte abgeleitet werden könnten. "Wir wollen sehen, was trägt, bevor wir etwas versprechen." Letztlich könnte die Attraktivität der dualen Ausbildung verbessert werden. Eine denkbare Aufgabe des Azubi-Werks könnte bezahlbarer Wohnraum für Auszubildende sein, die fern ihrem Wohnort ihre Lehre absolvieren, oder günstige Mobilitätangebote. Das Studierendenwerk an Hochschulen ist für die soziale, wirtschaftliche und kulturelle Betreuung von Studierenden zuständig. Ein Azubi-Werk wird in Thüringen seit einiger Zeit diskutiert. Die Industrie- und Handelskammer Erfurt beispielsweise hatte sich offen für ein solches Projekt gezeigt. Ins Spiel gebraucht wurde es vom Bezirksvorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Hessen-Thüringen, Michael Rudolph. In diesem Jahr haben sich nach Angaben der Regionaldirektion bei den Arbeitsagenturen im Freistaat 7.125 Bewerberinnen und Bewerber für einen Ausbildungsplatz gemeldet. Zur Verfügung standen 9.591 Ausbildungsstellen. Seit Jahren ist das Angebot an Lehrstellen deutlich größer als die Zahl der Interessenten. Betriebe in Handwerk und Industrie haben Sorge, dass sie ausreichend junge Nachwuchskräfte gewinnen können. © dpa-infocom, dpa:260724-930-430103/1