Krankenhausreform: Brandenburgs Kliniken: Der Druck wächst täglich

Datum24.07.2026 05:00

Quellewww.zeit.de

TLDRBrandenburgs Krankenhäuser stehen unter enormem wirtschaftlichen Druck. Eine geplante Krankenhausreform, kombiniert mit Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen, verschärft die Situation. In Potsdam bündeln Kliniken ihre Leistungen, was zur Schließung von Abteilungen wie Orthopädie, Gefäßchirurgie und Geburtshilfe führt. Während Gegner eine schlechtere Versorgung befürchten, betont der Gesundheitsminister eine Qualitätssteigerung durch die Reform. Proteste gegen die Umstrukturierungen sind die Folge.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Krankenhausreform“. Lesen Sie jetzt „Brandenburgs Kliniken: Der Druck wächst täglich“. Die wirtschaftliche Belastung der Krankenhäuser in Brandenburg steigt. "Die Drucksituation, die jetzt auf den Krankenhäusern lastet, nimmt sozusagen täglich zu", sagte der Geschäftsführer der Landeskrankenhausgesellschaft Brandenburg, Michael Jacob, der Deutschen Presse-Agentur. Zur Krankenhausreform komme das Sparpaket bei der gesetzlichen Krankenversicherung hinzu - und dies vor dem Hintergrund sinkender Geburten und einer steigenden Zahl älterer Menschen. "Da stecken wir jetzt im Moment am Anfang." Der Gesundheitsausschuss des Landtags berät in einer Sondersitzung über die Schließung von Angeboten der zwei großen Potsdamer Krankenhäuser, die Leistungen bündeln wollen. Das Klinikum Ernst von Bergmann bietet Orthopädie und Gefäßchirurgie ab August nicht mehr an. Die Orthopädie wechselt zur Oberlinklinik in Potsdam-Babelsberg, die Gefäßchirurgie zum Alexianer St. Josefs-Krankenhaus. Bei St. Josef schließen Neurologie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, die das Bergmann-Klinikum übernimmt. Weil Personal fehlte, stellte die Geburtshilfe am St. Josefs-Krankenhaus bereits die Arbeit ein. Beide Häuser nennen die Krankenhausreform als Grund. Mehrere Hundert Menschen hatten gegen die Pläne protestiert. Während die AfD-Gesundheitspolitikerin Daniela Oeynhausen eine schlechtere Versorgung für Patientinnen und Patienten befürchtet, weist Gesundheitsminister René Wilke (SPD) Bedenken zurück. "Potsdam etwa wird dadurch eine qualitativ sicherere und bessere Gefäßchirurgie, Neurochirurgie, Orthopädie und Geburtsstation haben als bisher", sagte Wilke der "Märkischen Allgemeinen". Auch für das Thema Babyklappe, deren Betrieb eingestellt wurde, werde es eine Lösung geben, kündigte Wilke an. Für die Zukunft der Hebammen liefen derzeit zudem Gespräche. Der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft sagte der dpa, es gehe in Potsdam um einen abgestimmten Leistungstausch. Eine Geburtshilfe könne es künftig nur noch mit Kinderarzt geben, der fehle aber bisher im St. Josefs-Krankenhaus. Die Krankenhausreform soll Kosten senken und die Qualität der Versorgung erhöhen. Auch anderswo sollen Angebote schließen: Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Evangelischen Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow hatte angekündigt, Ende Juli zuzumachen. Die Versorgung soll in der Region Potsdam aufgefangen werden. Das Krankenhaus Strausberg im Landkreis Märkisch-Oderland verlagerte die Geburtshilfe nach Rüdersdorf. © dpa-infocom, dpa:260724-930-430009/1