Datum24.07.2026 04:30
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Angebotsmieten in Niedersachsen sind zwischen 2020 und 2025 um 24,7% gestiegen, was zu einer Wohnungskrise führt. Über ein Drittel der Haushalte geben über 30% ihres Nettoeinkommens für Kaltmiete aus. Laut Jorrit Bosch (Linke) ist dies das Ergebnis gescheiterter Mietenpolitik. Er fordert den Bau bezahlbarer Wohnungen statt rein marktgetriebenem Neubau und kritisiert den Rückgang von Sozialwohnungen. Die Mietpreisbremse sei wirkungslos, weshalb Bosch einen generellen Mietendeckel vorschlage.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Hohe Preise für Wohnen“. Lesen Sie jetzt „Steigende Mieten belasten Haushalte stark“. Die Angebotsmieten sind in Niedersachsen zwischen 2020 und 2025 um 24,7 Prozent gestiegen. Mit 9,69 Euro pro Quadratmeter lagen sie vergangenes Jahr auf einem Rekordhoch, wie die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion der Linken zur mieten- und wohnungspolitischen Entwicklung im Bundesland ergab. "Die Wohnungskrise in Niedersachsen verschärft sich dramatisch", sagte der Bundestagsabgeordnete Jorrit Bosch. Bereits mehr als jeder dritte Haushalt müsse mindestens 30 Prozent seines Nettoeinkommens für die Kaltmiete aufbringen. Rund 253.000 Haushalte gaben sogar mindestens 40 Prozent ihres Einkommens dafür aus. "Wohnen wird für immer mehr Menschen zur finanziellen Belastungsprobe. Das ist das Ergebnis einer gescheiterten Mietenpolitik, die den Markt machen lässt, statt bezahlbaren Wohnraum konsequent zu sichern", betonte der Linken-Politiker. Wer die Wohnungsfrage allein mit dem Ruf nach immer mehr Neubau beantworten will, greife zu kurz. Die Entwicklung zeige: Trotz Tausender neu gebauter Wohnungen steigen die Mieten weiter stark an. Gleichzeitig sei der Bestand an Sozialwohnungen seit 2015 um fast 40.000 geschrumpft. "Entscheidend ist nicht nur, dass gebaut wird, sondern für wen gebaut wird. Was fehlt, sind dauerhaft bezahlbare Wohnungen in kommunaler oder genossenschaftlicher Hand statt gewinnorientiertem Wohnungsbau", so Bosch. Die Mietpreisbremse wirke vielerorts nicht und lasse sich noch immer zu leicht umgehen. Deshalb brauche es einen wirksamen Mietendeckel, der den weiteren Anstieg der Mieten stoppt. Die teuersten Gebiete waren 2025 der Landkreis Harburg (12,31 Euro/m², 28,1 Prozent Steigerung in 5 Jahren), die Stadt Oldenburg (11,68, 31,8) und der Landkreis Lüneburg (11,53, 28,5). Die stärksten Mietanstiege der vergangenen fünf Jahre verzeichneten der Landkreis Cuxhaven (45,1 Prozent auf 9,75 Euro/m²), Landkreis Emsland (43,5 auf 9,79) und die Grafschaft Bentheim (41,8 auf 10,51). © dpa-infocom, dpa:260724-930-429924/1