Datum24.07.2026 04:23
Quellewww.zeit.de
TLDRFrankreich hat die EU um Hilfe bei der Bekämpfung schwerer Waldbrände gebeten und erwartet nun Unterstützung durch Löschflugzeuge und Hubschrauber aus anderen Mitgliedsstaaten. Tausende Menschen wurden an der französischen Atlantikküste evakuiert, während sich die Brände ausbreiten. In Spanien wurde in zwei Regionen, darunter die Hauptstadtregion Madrid, der nationale Notstand ausgerufen, um die Brandbekämpfung zu intensivieren. Beide Länder leiden unter extremen Temperaturen und ausgedehnten Waldschäden.
InhaltFrankreichs Staatspräsident Macron hofft auf rasche Hilfe beim Löschen aus der Luft. In zwei spanischen Regionen wurde angesichts der Waldbrände der Notstand ausgerufen. Frankreich hat angesichts der schweren Waldbrände im Süden des Landes andere EU-Staaten um Hilfe gebeten. Die Regierung habe den Zivilschutzmechanismus der Europäischen Union angefordert, sagte Präsident Emmanuel Macron in der Nacht zum Freitag. Frankreich werde damit "schnell" Hilfe von anderen Ländern für die Brandbekämpfung aus der Luft bekommen. "Wir werden bald auf Verstärkung zählen können", schrieb Macron im Onlinedienst X. Unter anderem sollten Löschflugzeuge und Schwerlast-Hubschrauber aus Kroatien, Portugal, Tschechien und der Slowakei die französischen Einsatzkräfte unterstützen. In Frankreich kämpft die Feuerwehr weiterhin mit einem Großaufgebot gegen mehrere Waldbrände an der Atlantikküste und im Süden des Landes. Die Einsatzkräfte sind vielerorts am Rande ihrer Belastungsgrenze. An der Küste wurden Tausende Anwohner und Urlauberinnen in Sicherheit gebracht. Bedrohlich blieb die Lage in der auch bei deutschen Touristen beliebten Region westlich von Bordeaux, wo seit Mittwoch rund 20.000 Menschen vor den Flammen fliehen mussten. Die Behörden hatten dort Evakuierungen angeordnet und eine Messehalle zum Notquartier umfunktioniert. Mehrere Campingplätze in der Nähe von Le Proge wurden geräumt. Wie die Präfektur in Bordeaux am Abend mitteilte, hat der Brand sich inzwischen auf 4.800 Hektar ausgedehnt. Die Lage bleibe weiterhin ungünstig, da das Feuer im gesamten betroffenen Gebiet nach wie vor sehr aktiv sei. Für Freitag wurden erneut Temperaturen von bis zu 39 Grad in der Region erwartet. Im bergigen Hinterland nordöstlich von Marseille ist unterdessen rund um den Ort Pontevès ein Waldbrand wieder aufgeflammt, den die Einsatzkräfte zwischenzeitlich eingedämmt hatten. In der Nähe von Marseille wurden mehr als 2.500 Hektar Vegetation vernichtet. In Spanien hat die Regierung angesichts der verheerenden Waldbrände für zwei Regionen den "Notstand nationaler Tragweite" ausgerufen. Dieser gelte ab sofort für die Hauptstadtregion Madrid sowie in der nahegelegenen Provinz Ávila, teilte das Innenministerium in der Nacht mit. Der Schritt sorgt dafür, dass der spanische Staat mehr Katastrophenhilfe im Kampf gegen die Flammen mobilisieren kann. Zudem wird die Einsatzleitung automatisch von einer militärischen Kriseneinheit übernommen. In den vergangenen Tagen waren in Spanien zahlreiche Brände ausgebrochen. Vor allem ein außer Kontrolle geratener Waldbrand westlich von Madrid besorgt Einsatzkräfte und Anwohner. In mehreren Gemeinden ordneten die Behörden Evakuierungen an. Insgesamt mussten rings um Madrid bereits 10.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Durch Waldbrände sind in Spanien dieses Jahr bereits 125.000 Hektar Land verbrannt.