Kanada: Mark Carney spricht von Vergeltungsmaßnahmen gegen Trumps neue Zollattacken

Datum24.07.2026 03:26

Quellewww.spiegel.de

TLDRKanada droht mit Vergeltungsmaßnahmen gegen US-Zölle. Premierminister Mark Carney bezeichnete die angekündigten 50-Prozent-Zölle auf kanadische Produkte als ungerechtfertigt. Kanada strebt ein umfassendes Handelsabkommen an und schließt Gegenmaßnahmen nicht aus, falls keine Einigung erzielt wird. Die Spannungen verschärfen sich auch durch die Entscheidung Trumps, das USMCA-Abkommen nicht zu verlängern, sowie durch neue US-Zölle gegen 60 Handelspartner, darunter die EU, wegen angeblich laxer Zwangsarbeit-Gesetze.

InhaltDer Nachbarschaftsstreit zwischen den USA und Kanada flammt wieder auf: Anfang der Woche hatte Donald Trump Zölle von 50 Prozent angekündigt. Doch davon lässt man sich in Ottawa nicht einschüchtern. Aktuell schwingt der US-Präsident wieder einmal die Zollkeule. Besonders den Nachbarn im Norden geht er dabei hart an (mehr dazu hier). Doch Kanada will sich nach der Ankündigung neuer US-Zölle mit allen Mitteln zur ​Wehr setzen und schließt auch Vergeltungsmaßnahmen nicht aus. Dies sagte der kanadische Premierminister ‌Mark Carney am Donnerstag bei einem Treffen mit den Ministerpräsidenten der kanadischen Provinzen. "Wir intensivieren unsere Handelsverhandlungen mit den USA und werden nicht zögern, unsere Interessen zu verteidigen, wenn es sein muss", sagte ​Carney. US-Präsident Donald Trump hatte am Montag neue Zölle von 50 Prozent ⁠auf ⁠eine Reihe kanadischer Produkte angekündigt, die am 19. August in Kraft treten sollen. Der kanadische Premierminister bezeichnete die neuen US-Maßnahmen ‌als ungerechtfertigt. "Alles ist auf dem Tisch, wenn ​es keine Einigung ‌gibt", sagte er mit dem Hinweis auf mögliche Gegenmaßnahmen, ohne jedoch Einzelheiten zu nennen. Die kanadische Regierung wolle ein umfassendes Handelsabkommen mit den USA erreichen und keine ‌Vereinbarungen, die nur einzelne Handelssektoren betreffen. Trump und Carney hatten sich diese Woche darauf geeinigt, die bilateralen Handelsgespräche zu ‌intensivieren. Hintergrund der Spannungen ist ​die Entscheidung Trumps ‌vom 1. Juli, das bestehende Handelsabkommen zwischen ‌den ​USA, Mexiko und Kanada (USMCA) nicht um weitere 16 Jahre zu verlängern. Es bleibt ​damit zwar in ⁠Kraft, erfordert jedoch jährliche Überprüfungen. Am Donnerstagabend hatte die Trump-Regierung einen weiteren Schritt angekündigt (mehr dazu hier). Die USA verhängen neue Zölle von 10,0 und 12,5 Prozent gegen 60 Handelspartner, darunter die Europäische Union. Nach ​Angaben hochrangiger Regierungsvertreter begründet die US-Regierung die neuen Zölle mit einer laxen Umsetzung von Verboten der ‌Zwangsarbeit in den betroffenen Ländern. Waren aus Ländern, die angemessene Gesetze gegen Zwangsarbeit erlassen haben, werden demnach mit dem niedrigeren Satz von 10,0 Prozent belegt. Für Einfuhren aus Staaten mit unzureichenden Verboten gilt dagegen der höhere Satz von 12,5 Prozent, wie das Büro des US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer mitteilte.  Der Hintergrund: Am Freitag läuft die gesetzliche Frist für die bisherigen globalen Zölle aus. Nach seiner Niederlage vor dem Obersten US-Gerichtshof hatte Trump in aller Eile im Februar neue globale Zölle in Höhe von zehn Prozent verhängt. Die zusätzlichen Zölle fallen demnach von Freitagmorgen 06.01 Uhr deutscher Zeit (Mitternacht US-Ostküstenzeit) auf die Importe bestimmter Waren an. Ausgenommen seien Produkte, die bereits zuvor auf ein Schiff geladen wurden, sich auf dem letzten Transportabschnitt zum Bestimmungsort befinden und vor dem 28. Juli abgefertigt werden. Ausgerechnet das Nachbarland Kanada bekommt mal wieder den Ärger von US-Präsident Trump zu spüren. Mehr dazu hier .