Google: USA kritisieren EU-Rekordstrafe und warnen vor Handelsfolgen

Datum23.07.2026 20:40

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie USA kritisieren die von der EU verhängte Rekordstrafe von 890 Millionen Euro gegen Google wegen Wettbewerbsverstößen. Sie warnen vor negativen Folgen für den transatlantischen Handel und fürchten, die Strafe könnte zum Vorwand für Vergeltungszölle der USA werden. Die EU weist jedoch jeglichen Zusammenhang mit aktuellen Zollgesprächen zurück und verteidigt ihre Entscheidung, Google habe eigene Dienste unzulässig bevorzugt. Der Vorfall verschärft die angespannte Handelsbeziehung zwischen den USA und der EU.

InhaltDie USA reagieren mit scharfer Kritik auf die EU-Rekordstrafe gegen Google. Washington warnt vor Folgen für den Handel. Brüssel weist einen Zusammenhang mit den Zollgesprächen zurück. Die US-Regierung hat die Rekordstrafe der Europäischen Union gegen den Technologiekonzern Google scharf kritisiert. Der Schritt berge ein "echtes Risiko" für den transatlantischen Handel, erklärte der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer in Washington. Die EU-Kommission hatte Google wegen Wettbewerbsverstößen zu Geldbußen von insgesamt 890 Millionen Euro verurteilt. Nach Ansicht der EU-Behörde hat Google in den Suchergebnissen eigene Dienste unzulässig bevorzugt und damit gegen europäisches Wettbewerbsrecht verstoßen. Aus dem Europarlament kam umgehend Kritik an den Äußerungen aus Washington. Der Vorsitzende des Ausschusses für internationalen Handel, Bernd Lange (SPD), forderte die USA auf, die Entscheidung der EU-Kommission nicht als "Vorwand für US-Zoll-Vergeltung" zu nutzen. Der Streit fällt in eine ohnehin angespannte Phase der Handelsbeziehungen. Am Freitag endet die Frist für einen zehnprozentigen US-Sonderzoll auf bestimmte Importe aus der Europäischen Union. Greer hatte bereits im Juni angedeutet, dass nach Ablauf der Frist ein neuer Aufschlag in gleicher Höhe möglich sei.