CDU: Nina Warken soll Kanzleramt übernehmen, Carsten Linnemann das Gesundheitsministerium

Datum23.07.2026 17:51

Quellewww.spiegel.de

TLDRCDU-Ministerin Nina Warken soll ins Kanzleramt wechseln und dort Thorsten Frei ersetzen. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann wird ihr Nachfolger im Gesundheitsministerium. Diese Personalrochade folgt auf den Rücktritt von Jens Spahn, der wegen des Leihmutterschaftsskandals zurücktrat und nun von Thorsten Frei im Amt des Unionsfraktionschefs abgelöst wird. Warken profilierte sich durch die Reform der gesetzlichen Krankenkassen.

InhaltDer Kanzler baut seine Regierung um: Gesundheitsministerin Nina Warken soll nach SPIEGEL-Informationen die Lücke im Kanzleramt schließen. Ihr würde wiederum ein weiterer Vertrauter von Friedrich Merz folgen. Dem Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn folgt eine Personalrochade in der Bundesregierung: Die bisherige Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) soll nach SPIEGEL-Informationen auf den bisherigen Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) folgen, der Spahns Posten übernehmen wird. Den frei gewordenen Ministerposten im Gesundheitsministerium soll demnach CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann übernehmen. Eine offizielle Bestätigung gibt es noch nicht. Im Hintergrund wird weiter an der Finalisierung des Pakets gearbeitet. Warken galt in den vergangenen Tagen bereits als eine der Topkandidatinnen für den Posten als Kanzleramtschefin. Sie gewann an Renommee, weil sie als eine der wenigen Kabinettsmitglieder der Union eine Reform durchsetzte: das Sparpaket für die gesetzlichen Krankenkassen . Mit ihr rückt eine Frau ins Zentrum der Macht. Linnemann hingegen war bereits im Wahlkampf als Arbeits- oder Wirtschaftsminister im Gespräch. Sozialthemen sind Linnemanns Leidenschaft. Doch nach der Wahl blieb ihm nur die Parteizentrale. Immerhin platzierte Merz seinen Generalsekretär im mächtigen Koalitionsausschuss , das Verhältnis soll zuletzt aber abgekühlt sein. Dennoch macht der Kanzler ihn nun zum Minister. Am Mittwoch war bekannt geworden, dass Frei den Fraktionsvorsitz der Union im Bundestag übernehmen soll. Die Entscheidung war erwartet worden, nachdem Spahn infolge der Debatte über Leihmutterschaften zurückgetreten war. Spahn und sein Mann hatten vergangene Woche bekannt gegeben, dass sie mithilfe einer Leihmutter in den USA einen Sohn bekommen haben. Damit umgingen die beiden ein in Deutschland geltendes Verbot, das Spahn in der CDU mitgetragen hat. Kanzler Friedrich Merz hatte im ZDF-"Sommerinterview" am Wochenende angedeutet, dass die Nachfolgefrage für Spahn eine Gelegenheit für eine Kabinettsumbildung sein könnte. Gemeinsam mit CSU-Chef Markus Söder einigte sich Merz auf Frei für die Spahn-Nachfolge. Mit einer Neubesetzung der Stelle im Kanzleramt wollte sich Merz bewusst Zeit lassen. Am Ende ging es etwas schneller als gedacht. Warum die Personalentscheidung an der Fraktionsspitze für den Kanzler auch ein Risiko ist, lesen Sie hier .