Datum23.07.2026 17:16
Quellewww.spiegel.de
TLDREine Gasexplosion in einem indischen Tunnelbauprojekt im Nordosten Indiens forderte 25 Todesopfer. Die Rettungskräfte bargen alle eingeschlossenen Personen nach 72 Stunden. Vermutlich trat Methangas aus Gestein aus. Das Unglück ereignete sich während des Baus eines Wasserkraftwerkes, das Teil eines staatlichen Programms zur CO₂-Reduzierung und Netzstabilität ist. Die anspruchsvolle Himalaja-Geologie und mangelnde Sicherheitsvorkehrungen erschweren solche Projekte.
InhaltEine verheerende Gasexplosion in Indien hat mehr als zwei Dutzend Menschen das Leben gekostet. Rettungskräfte haben alle Todesopfer aus einem Tunnel geborgen. Nach einer Explosion an einer Tunnelbaustelle im Nordosten Indiens sind 25 Todesopfer geborgen worden. Dabei handele es sich um alle Personen, die im Tunnel eingeschlossen waren, sagte eine Beamtin des zuständigen Bezirks Namchi im Bundesstaat Sikkim der Nachrichtenagentur dpa. Die letzten drei Leichen seien am Nachmittag (Ortszeit) herausgeholt worden, heißt es. Insgesamt habe die Bergungsaktion 72 Stunden gedauert. Das Unglück hatte sich am Montag ereignet. Nach Angaben des öffentlichen Versorgungsunternehmens NHPC kam es zu einer "plötzlichen, explosiven Freisetzung von vermutlich im Gestein eingeschlossenem Methangas". Es seien dichter Rauch und giftige Gase entstanden. NHPC ließ den Tunnel im Rahmen eines Wasserkraftprojektes bauen. Ein Sprecher des Unternehmens widersprach Berichten, wonach der Tunnel durch einen durch die Explosion verursachten Erdrutsch eingestürzt sei. Eine Untersuchung soll die Unglücksursache klären. Die indische Regierung unter Premierminister Narendra Modi treibt den Ausbau der Wasserkraft in den indischen Berggebieten massiv voran. Ziel ist es, die CO₂-Emission zu senken, aber auch die Stabilität des Netzes zu verbessern, in dem es noch immer häufig zu Stromausfällen kommt. Unter großem Zeitdruck werden deshalb Großprojekte vorangetrieben – so auch im entlegenen Bundesstaat Sikkim im Nordosten Indiens. Nicht nur dort, auch bei anderen Tunnelbauprojekten im Himalaja ist es in der Vergangenheit immer wieder zu schweren Unglücken mit vielen Toten gekommen. Die anspruchsvolle Geologie des Himalaja, einer Erdbebenregion, ist die Hauptursache für die meisten Unfälle. Hinzu kommt, dass auf den Baustellen oft mangelnde Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden.