Mann stirbt nach Fesselung bei Polizeieinsatz in Duisburg

Datum23.07.2026 16:36

Quellewww.spiegel.de

TLDREin 37-jähriger Mann starb nach einem Polizeieinsatz in Duisburg. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen sechs Polizisten und zwei Rettungskräfte wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge. Der Mann war nach Randale in seiner Wohnung gefesselt worden und verlor das Bewusstsein. Als Todesursache wird eine reduzierte Sauerstoffversorgung (Hypoxie) vermutet, ein Zusammenhang mit der Fesselung kann nicht ausgeschlossen werden.

InhaltDie Staatsanwaltschaft Duisburg ermittelt gegen mehrere Polizisten und Rettungskräfte, weil ein 37-Jähriger nach einem Einsatz gestorben ist. Ein Zusammenhang mit der Fesselung durch die Beamten könne nicht ausgeschlossen werden. Ein 37-jähriger Mann ist im Anschluss an einen Polizeieinsatz in Duisburg gestorben. Die Staatsanwaltschaft Duisburg ermittelt nun gegen sechs Beamte und zwei Mitarbeiter des Rettungsdienstes. Der Vorfall liegt bereits einige Tage zurück, wie die Staatsanwaltschaft Duisburg mitteilte. Einsatzkräfte der Duisburger Polizei waren den Angaben zufolge in der Nacht zum vergangenen Sonntag in eine Wohnung gerufen worden, wo ein 37-Jähriger in einem Badezimmer schrie und randalierte. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte er sich in dem Raum eingeschlossen. "Die Beamten verschafften sich in der Folge Zutritt zu dem Badezimmer, legten dem Mann aus Eigensicherungsgründen und zu seinem Schutz zunächst Hand- und Fußfesseln an und verständigten einen Notarzt sowie einen Rettungswagen", hieß es in einer Mitteilung. Im Verlauf des Einsatzes habe der Mann dann das Bewusstsein verloren. Nach einer zunächst erfolgreichen Reanimation sei der 37-Jährige mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gekommen, dort aber wenig später gestorben. Eine Obduktion der Leiche ergab laut Staatsanwaltschaft, dass von Hypoxie als Todesursache auszugehen sei – darunter versteht man eine reduzierte Sauerstoffversorgung. Außerdem gebe es Anhaltspunkte für eine Intoxikation, also eine Vergiftung. Ein Zusammenhang mit der Fesselung des Mannes in Bauchlage könne nicht ausgeschlossen werden, erklärte die Staatsanwaltschaft. Daher würden nun Ermittlungen gegen die sechs beteiligten Polizisten wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge sowie gegen zwei Mitarbeiter des Rettungsdienstes wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge durch Unterlassen geführt.