Datum23.07.2026 15:43
Quellewww.zeit.de
TLDRAndreas Toba, 35, sorgte bei den deutschen Turn-Meisterschaften in Hannover für eine Überraschung und gewann im Mehrkampf Bronze. Nach dem Ende seiner internationalen Karriere turnte er nun vor heimischem Publikum und sammelte 76,400 Punkte. Er sieht seine Medaille als Beweis dafür, dass Leidenschaft auch im (Anführungszeichen-)Ruhestand erfolgreich sein kann, und hat keine Ambitionen für zukünftige Wettkämpfe.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Finals in Hannover“. Lesen Sie jetzt „Turn-"Rentner" Toba überrascht mit Bronze im Mehrkampf“. Altmeister Andreas Toba hat bei den deutschen Turn-Meisterschaften das Publikum begeistert und für eine Überraschung gesorgt. Fast 14 Monate nach dem Ende seiner internationalen Karriere mit EM-Silber am Reck gewann der 35-Jährige im Mehrkampf Bronze. Bei seinem Heimspiel in Hannover sammelte Toba 76,400 Punkte. "Das hier ist einfach ein Traum", sagte er glücklich. Besser als der langjährige Auswahlturner waren nur der frühere Ukrainer Radomyr Stelmakh aus Cottbus und Alexander Kunz aus Pfuhl. Der 21-jährige Stelmakh, der vor zwei Jahren noch Europameisterschafts-Gold in der Mannschaft für die Ukraine gewonnen hatte und erst seit zwei Wochen für Deutschland startberechtigt ist, kam auf 79,700 Punkte. Kunz belegte Platz zwei mit 77,867 Zählern. "Ich wollte hier heute einfach frei turnen, Spaß haben", sagte Toba nach seinem Coup vor Familie und Freunden. "Dass das dabei herausgekommen ist, ist unglaublich." Ambitionen für die Europameisterschaften Mitte August hat er aber trotzdem nicht. "Erstmal liegt es nicht in meiner Hand und ich glaube, ich muss arbeiten", sagte der Nachwuchstrainer. Über die Show "Feuerwerk der Turnkunst" und die Bundesliga hat er sich die Fitness wieder erarbeitet. Zusätzlich motiviert hat Toba, dass die deutschen Meisterschaften in seiner Heimatstadt stattfinden. "Ich habe in Hannover noch nie einen großen Wettkampf geturnt." Dafür hat er sich "durch die Landesmeisterschaften so ein bisschen gequält", um sich zu qualifizieren. Erst in den vergangenen zwei Wochen hatte er dann zwei Trainingseinheiten pro Tag absolviert, um nach zwei Jahren seinen ersten kompletten Mehrkampf zu bestreiten, was sich aber erst in der Vorwoche entschieden hatte. Die Medaille werde "auf jeden Fall" einen besonderen Platz bekommen. "Dafür, dass ich eigentlich Rentner bin in Anführungsstrichen und das eigentlich nur noch als Hobby mache, finde ich es einfach schön, dass man sieht, wenn man es mit Leidenschaft macht, dass es auch etwas werden kann", sagte Toba. © dpa-infocom, dpa:260723-930-427833/1