Wohnungspolitik: Kommunalgebühren steigen – Wohnen in NRW wird teurer

Datum23.07.2026 14:27

Quellewww.zeit.de

TLDRKommunale Gebühren in NRW steigen deutlich und verteuern das Wohnen zusätzlich zur Miete. Laut dem Bund der Steuerzahler erhöhen sich Abfall- und Abwassergebühren überdurchschnittlich. Insbesondere bei Abwassergebühren verlangen immer mehr Kommunen über 1.000 Euro jährlich für einen Musterhaushalt. Gründe sind unter anderem die CO2-Abgabe, hohe Standards und die finanzielle Notlage der Kommunen. Der Verband fordert vom Land NRW mehr pauschale Geldmittel für die Kommunen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Wohnungspolitik“. Lesen Sie jetzt „Kommunalgebühren steigen – Wohnen in NRW wird teurer“. Kräftig steigende Kommunalgebühren verteuern nach Angaben des Bundes der Steuerzahler vielerorts das Wohnen in Nordrhein-Westfalen weiter. Die Abfallgebühren stiegen 2026 im Landesdurchschnitt um 5 Prozent und die Abfallgebühren um 4 Prozent. Dieser Gebührenanalyse liegt ein Musterhaushalt mit vier Personen und entsprechenden Mengen zugrunde.  "Wenn über bezahlbares Wohnen gesprochen wird, dann denken viele zuerst an die Miete, vielleicht noch an die Grundsteuer. Aber auch die kommunalen Gebühren entscheiden darüber, ob wohnen bezahlbar bleibt", betonte der Vorsitzende des Verbandes in NRW, Rik Steinheuer. Die Gebühren stiegen im Landesdurchschnitt deutlich stärker als die allgemeine Preisentwicklung.  Bei den Abwassergebühren gebe es inzwischen fast schon flächendeckend Erhöhungen: Von den landesweit 396 Kommunen hätten 272 hier an der Preisschraube gedreht. Schon 113 Kommunen verlangten mehr als 1.000 Euro jährlich für den Musterhaushalt. Vor sechs Jahren seien es nur 21 Kommunen gewesen. Die hohen Gebühren würden somit zunehmend zum Normalfall. Bei den Abfallgebühren verwiesen immer mehr Kommunen auf die CO2-Abgabe. Auch hohe Standards trieben die Kosten, betonte der Verband. So werde in Münster die Biotonne und in Düsseldorf die Altpapiertonne jede Woche gelehrt. Everswinkel habe dagegen das Leeren der Restmülltonnen von 14-täglich auf vier wöchentlich verlängert: Sechs Prozent Gebührensenkung.  Der Trend halte an, dass die Kommunen schon versuchten, aus den Gebühren das herauszuholen, was herauszuholen ist, erklärte Steinheuer. Dies sei vor dem Hintergrund der kommunalen Finanzkrise zu sehen. Es würden Spielräume genutzt bei Abwasserbetrieben, damit Geld in den Kommunalhaushalt fließe. Bei Haushaltssicherungskonzepten sei das ein Thema. Der Verband fordert, dass das Land NRW den Kommunen mehr Geld pauschal bereitstellen soll. © dpa-infocom, dpa:260723-930-427214/1